Wenn dir das hier gefiel …
The Devils
Key Facts
Kritik
Kaum habe ich „The Devils“ von Joe Abercrombie aufgeschlagen, fühlte ich mich sofort in eine düstere, gnadenlose Welt gezogen, in der Hoffnung und Verzweiflung dicht beieinander liegen. Hier knallt nicht nur die Action, hier spürt man das Flüstern von Verrat in jeder Ecke und die Beklemmung, die das Ende Europas droht.
Im Kern begleitet man Bruder Diaz, der mit einem Bündel abstoßender, doch irgendwie faszinierender „Teufel“ durch eine apokalyptische Landschaft zieht. Das Setting ist wild und unbarmherzig: Hungersnot, Krankheiten, finstere Monster und habgierige Herrscher spielen ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel. Die Geschichte weiß genau, wie man Spannung aufbaut, ohne dabei in düstere Klischees abzurutschen. Was mir richtig gut gefiel, sind die Figuren – ganz und gar nicht glatt oder heldenhaft, sondern voller Ecken und Kanten, die dir ständig ein „wow, das habe ich nicht erwartet“ entlocken. Bruder Diaz ist keine leuchtende Ikone, sondern ein Charakter, den man trotz oder vielleicht gerade wegen seiner Fehler sofort in sein Herz schließt.
Abercrombies Schreibstil ist scharf, prägnant und mit einem Hauch trockenem Humor gewürzt, der immer mal wieder für eine kurze Auflockerung sorgt. Die düstere Atmosphäre wird so nicht erdrückend, sondern lebendig und spannend. Obwohl das Buch manchmal etwas wuchtig ist – gerade die vielen Charaktere und Handlungsschleifen könnten für manchen ein kleines Organisationsfiasko sein –, verliert man zu keinem Zeitpunkt den Faden.
Wer auf epische Fantasy mit einer guten Portion Schwärze, komplexen Figuren und ein bisschen moralischem Dreck steht, ist hier goldrichtig. „The Devils“ ist nichts für Zartbesaitete, aber ein echtes Fest für alle, die es lieber knallt als kitschig.
Fazit: Ein rauer Ritt durch eine Welt am Abgrund mit unvergesslichen Figuren und einem Autor, der weiß, wie man düstere Geschichten lebendig macht. Von mir gibt’s solide 4 von 5 Sternen – abseits des Mainstreams und genau deswegen so frisch.