Wenn dir das hier gefiel …
Ostfriesenfalle
Key Facts
Kritik
Kaum habe ich „Ostfriesenfalle“ zugeschlagen, hat mich die Geschichte schon voll erwischt – und das nicht nur, weil sie von der rauen Nordseeinsel Borkum bis ins hektische New York führt. Dieses Buch lädt einfach dazu ein, mitzufiebern und zu rätseln: Wie kann es sein, dass Markus Poppinga, einst tot und klar identifiziert, plötzlich in einem edlen Manhattan-Restaurant gesehen wird? Klingt nach einem total spannenden Rätsel, oder?
Ann Kathrin Klaasen und Frank Weller sind wieder am Start, und man merkt sofort, wie eingespielt das Duo zusammenarbeitet. Klaus-Peter Wolf schreibt so, dass man förmlich neben den Figuren steht, den Wind an der Küste spürt und das schummrige Licht in den Straßen Manhattans erlebt. Sein Stil ist leicht, schnörkellos und treibt die Story fix voran – perfekt, wenn man mal wieder Lust auf einen Krimi hat, der ohne künstliche Schnörkel auskommt.
Besonders gefallen hat mir, wie gekonnt Wolf die norddeutsche Atmosphäre mit dem amerikanischen Großstadtflair verbindet. Diese Mischung gibt dem Buch eine ganz eigene Würze – und ich musste bei der ein oder anderen Szene echt schmunzeln, weil die Charaktere so authentisch und bodenständig rüberkommen. Ann Kathrin ist das typische norddeutsche Landei mit Herz und Bodenhaftung, das man einfach sympathisch finden muss. Klar, hier und da hätte ich mir noch etwas mehr Tiefgang bei der Nebencharakterzeichnung gewünscht, aber das war wirklich nur ein kleines „Aber“ in einer ansonsten fesselnden Erzählung.
Was mich wirklich nachdenklich gemacht hat: Wie weit reicht unser Vertrauen in die Dinge, die wir für wahr halten? Da steckt viel mehr hinter dieser scheinbar einfachen Geschichte, als man auf den ersten Blick denkt – und das macht neugierig.
Für alle, die Lust auf einen gut strukturierten, spannenden Krimi mit einer besonderen Kombination aus norddeutschem Flair und internationalem Setting haben, ist „Ostfriesenfalle“ genau das Richtige. Nicht zu komplex, aber intelligent genug, um nicht langweilig zu werden.
Fazit: Spannung, sympathische Figuren und eine interessante Schauplatz-Mischung – das bekommt ihr hier. Von mir klare 5 von 5 Sternen. Wer einmal in diese Welt eintaucht, will so schnell nicht wieder loslassen.
Klappentext
Wie kommt Markus Poppinga ins Restaurant Ben Ash in Manhattan? Eine Klassenkameradin will ihn dort gesehen haben, dabei ist Markus vor drei Jahren tot in seiner Wohnung auf Borkum gefunden worden. Seine Eltern haben ihn eindeutig identifiziert. Die trauernde Mutter trägt die Überreste ihres Sohnes, zu einem bläulich schimmernden Diamanten gepresst, in Herzchenform geschliffen, an einer Kette um den Hals. Doch wer ist der Mann, den die Zeugin für Markus hält?