Wenn dir das hier gefiel …
Macbeth (German Edition)
Key Facts
Kritik
Wenn man sich auf „Macbeth“ von William Shakespeare einlässt, fühlt man sofort den düsteren Sog dieser Tragödie, die um Macht, Verrat und das Übernatürliche kreist. Die Handlung setzt mit dem rätselhaften Auftreten von drei Hexen ein, die Schicksal und Wahnsinn miteinander verstricken, bevor Macbeth selbst – der geschickte Krieger und Thane – durch Intrigen und eigene Ehrgeizlosigkeit immer tiefer in den Abgrund gezogen wird. Mehr will ich nicht vorwegnehmen, denn das Entfalten der finsteren Stimmung ist ja gerade das Spannende.
Die Figuren sind archetypisch, doch gerade Macbeth und seine Frau entfalten eine starke emotionale Wirkung. Macbeths Zerrissenheit und Lady Macbeths skrupellose Ambition wirken zeitlos und packen einen auch heute noch. Die Sprache ist erwartungsgemäß altmodisch und in dieser deutschen Ausgabe stammt die Übersetzung aus einer deutlich früheren Zeit, was dem Text stellenweise einen irgendwie charmanten, aber eben auch sperrigen Charakter verleiht.
Das ist genau der Punkt, an dem ich etwas zwiegespalten bin: Wer Lust auf eine klassische, sprachlich eher archaische Version hat, findet hier eine solide Umsetzung, die das Shakespeare-Feeling transportiert. Die alte Rechtschreibung und manchmal eigenwillige Wortwahl können dabei durchaus stören, besonders wenn man klare und moderne Lesbarkeit bevorzugt. Einige Leser haben sich darüber echauffiert (und ja, die einen stoßen sich daran, die anderen lieben’s gerade deswegen). Für Einsteiger oder alle, die lieber flüssiger lesen wollen, ist diese Ausgabe sicher nicht die perfekte Wahl.
Kurz gefasst: „Macbeth“ bleibt ein packendes Stück Drama, die Übersetzung ist jedoch Geschmackssache. Für alle Shakespeare-Fans mit Liebe zu historischen Texten oder mutige Leser, die Spaß an der Herausforderung haben, absolut empfehlenswert. Wer es moderner mag, sollte lieber nach einem neueren Exemplar Ausschau halten.
3 von 5 Sternen – ein Klassiker mit Charakter, der aber mit Stolpersteinen kommt.