Wenn dir das hier gefiel …
Seventh Floor (CIA-Agentin Artemis Procter, Bd. 3)
Key Facts
Kritik
Es gibt Bücher, die einen sofort packen und kaum noch loslassen – „Seventh Floor“ gehört definitiv dazu. Man spürt von der ersten Seite an, wie tief die Schatten der Spionage in Artemis Procters Leben fallen und welche emotionalen Abgründe sich hinter der kühlen Fassade einer CIA-Agentin verbergen können. David McCloskey wirft uns mitten hinein in ein Geflecht aus Misstrauen, Verrat und Loyalität, das keinen Raum für Schwarz-Weiß-Malerei lässt.
Im Kern geht es um den Kalten Krieg neu gedacht: Ein russischer Informant taucht in Singapur auf, wird ermordet, ein CIA-Agent verschwindet spurlos und Artemis Procter – die eigentlich stark und unerschütterlich wirkt – wird zum Sündenbock degradiert. Monate später wird sie vor eine harte Wahl gestellt, die sie in ihren dunkelsten Erinnerungen graben lässt. Wer ist der Maulwurf, der das innere Herz der CIA zersetzt? Und wem kannst du wirklich trauen, wenn Freunde plötzlich zu Feinden werden? McCloskeys Figuren sind keine eindimensionalen Agenten aus dem Baukasten, sondern echte Menschen mit Ecken, Kanten und Zweifeln – besonders Procter ist eine gelungene Mischung aus tough und verletzlich, was die Geschichte enorm lebendig macht. Der Schreibstil ist präzise, schnörkellos und überrascht dennoch immer wieder mit kleinen, gut platzierten Momenten von Humor oder Nachdenklichkeit. Kein langes Herumgedudel, sondern Tempo und Tiefgang in perfekter Balance.
Was mir besonders gefallen hat? Die Art und Weise, wie McCloskey den Spionagealltag nicht nur als Agententhrill inszeniert, sondern auch den menschlichen Preis, den seine Protagonisten dafür zahlen, in den Vordergrund rückt. Man fühlt die Einsamkeit, die Zweifel, die ständige Gefahr – und trotzdem ist da dieses Gefühl von Kameradschaft, das so zerbrechlich wie kostbar wirkt. Das macht die Story mehr als nur ein Agentenbuch, sondern eine lebendige Studie über Vertrauen und Verrat.
Kritisch betrachtet: An manchen Stellen hätte die Story ruhig etwas mehr Tempo vertragen können, besonders wenn es um die Hintergrundinfos zu CIA-internen Abläufen geht – da hätte ich mir manchmal ein bisschen mehr „Show, don’t tell“ gewünscht. Außerdem ist die Auflösung des Maulwurfs zwar durchaus clever, überrascht aber nicht völlig. Dennoch trübt das den Lesefluss nur minimal.
Kurzum: Wer Lust auf einen intelligenten, emotional geladenen Thriller hat, der nicht nur auf Action setzt, sondern auch die Menschen hinter den Geheimnissen zeigt, ist hier goldrichtig. „Seventh Floor“ macht einfach Spaß und regt zum Nachdenken an – genau das, was man von einem guten Spionageroman erwartet.
4 von 5 Sternen – ein starker dritter Band, der neugierig macht auf mehr.
Klappentext
Sechs CIA-Agenten. Enge Freunde und erbitterte Feinde. Seit einem Vierteljahrhundert stehlen sie die Geheimnisse anderer – jetzt spionieren sie sich gegenseitig aus.
Ein russischer Informant kommt nach Singapur, um ein brisantes Geheimnis zu verkaufen. Als der Russe tot aufgefunden wird und sein Handler, CIA-Agent Sam Joseph, spurlos verschwindet, wird die Abteilungschefin Artemis Procter zum Sündenbock erklärt und aus dem Amt geworfen. Monate später taucht Sam plötzlich vor Procters Tür auf – mit einer schockierenden Enthüllung: Ein russischer Maulwurf hat die höchsten Ränge der CIA unterwandert.
Gemeinsam wollen Procter und Sam dem Verräter auf die Schliche kommen, doch die Liste der Verdächtigen umfasst nicht nur ihre erbitterten Feinde, sondern auch ihre engsten Freunde. Um den Maulwurf zu enttarnen, muss Procter sich ihrer dunklen Vergangenheit bei der CIA stellen. Damit bringt sie sich und Sam ins Visier eines russischen Spionagechefs, der den Doppelagenten in Langley um jeden Preis schützen will. Und bereit ist, dafür eine Spur der blutigen Verwüstung in den USA zu hinterlassen.
Seventh Floor erkundet die Bedeutung von Freundschaft in einem erbarmungslosen Geschäft und was es bedeutet, alles für eine Behörde zu geben, die einem nichts zurückgibt.