Wenn dir das hier gefiel …
Wolfstal
Key Facts
Kritik
Kaum blättert man in „Wolfstal“ von Alexander Oetker, fühlt man sich direkt ins Herz der Pyrenäenausläufer versetzt – diese raue, geheimnisvolle Atmosphäre zieht sofort in den Bann. Im idyllischen Espelette, wo der Duft von Gewürzpaprika in der Luft liegt und Pilger den Jakobsweg passieren, wird ein Schäfer brutal ermordet. Die Ruhe des Dorfes wird erschüttert, und Luc Verlain, Ermittler aus Baskenland, versucht, den Fall aufzudröseln. Dabei stößt er auf verschlossene Dorfbewohner, deren Mitleidslosigkeit fast unheimlich wirkt. War es der Einsatz für den heimischen Wolf, die zwielichtigen Hoteliers oder doch nur ein einsamer Mann, der zu scheu für diese Welt war?
Die Charaktere sind keine glattgebügelten Figuren – vor allem Luc Verlain wirkt authentisch und tief, ein Typ, mit dem man gern bei einem Glas Rotwein am Kamin sitzen würde, während er seine Gedanken schweifen lässt. Oetker schafft es, die Landschaft und die Menschen so lebendig zu beschreiben, dass man den Wind auf der Haut spürt und den Staub unter den Schuhen sieht. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, dabei nie zu trocken oder zu blumig, sondern genau richtig, um Spannung aufzubauen, ohne abzulenken.
Klar, manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Dorfgemeinschaft noch ein bisschen facettenreicher dargestellt wäre – ein paar mehr Ecken und Kanten hätten gut getan. Doch das ist meckern auf hohem Niveau, denn gerade diese knappe, punktgenaue Erzählweise hält das Tempo im Krimi genau richtig. Kein unnötiger Ballast, sondern ein stimmiger Mix aus Spannung, Lokalkolorit und menschlichen Abgründen.
Wer auf atmosphärische Krimis mit authentischem Flair und einem Ermittler steht, der mehr mit Gefühl als mit lauten Gesten arbeitet, der kann bei „Wolfstal“ bedenkenlos zugreifen. Ein bisschen Pyrenäen, ein bisschen Mord und jede Menge Atmosphäre – das macht Lust auf mehr aus dieser Reihe.
4,5 von 5 Sternen – klasse Einstieg in einen spannenden Krimifall mit Charakteren, die man nicht so schnell vergisst.
Klappentext
Umgeben von sanften Pyrenäenausläufern und berühmt für seine Gewürzpaprika, lädt das malerische Espelette alle zu einer Rast ein, die hier auf dem Jakobsweg vorüberwandern. Doch ein Schatten fällt auf das Idyll, als ein Schäfer aus dem Dorf brutal getötet wird. Dem von der baskischen Polizei zu Hilfe gerufenen Luc Verlain kommen die schweigsamen Dorfbewohner seltsam mitleidlos vor, und bald schon stößt er auf so einige schlüssige Mordmotive. Waren die vom Schäfer abgegebenen Luftschüsse, wenn Pilger seinen Weiden nahekamen, den Hoteliers ein zu großer Dorn im Auge? Hat sein Einsatz für den Wolf, der in der Gegend umgeht, seine Schäferkollegen zu sehr aufgebracht? Und weshalb war er ein so menschenscheuer Einzelgänger?
Mord in der Aquitaine - Luc Verlain ermittelt:
Band 1: RetourBand 2: Château MortBand 3: WinterausternBand 4: Baskische TragödieBand 5: Rue de ParadisBand 6: SternenmeerBand 7: RevancheBand 8: Wilder WeinBand 9: Wolfstal
Alle Bände sind eigenständige Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden.