Wenn dir das hier gefiel …
Millennium Kingdom: Der Wikinger
Key Facts
Kritik
Schon nach den ersten Seiten von „Millennium Kingdom: Der Wikinger“ fühlte ich mich mitten hinein katapultiert in das raue, brutale Dänemark des Jahres 937 – ein Setting, das vielversprechend ist, wenn man auf wilde Krieger und komplexe Machtspiele steht. Die Geschichte um Ulv Palnatoki, diesen eigenwilligen, hitzköpfigen Wikingerjungen, der sich trotz aller Widrigkeiten weigert, seine Ketten als Rudersklave zu akzeptieren, hätte das Potenzial für ein episches Abenteuer voller Nervenkitzel und Charakterentwicklung.
Tonny Gulløv präsentiert uns eine Welt voller Gefahren und Mythen: plündernde Dänen, verborgene Familiengeheimnisse und eine Gesellschaft im Umbruch. Ulv selbst ist der wetterwendische Kern der Geschichte – ein Junge, der trotz allem (oder gerade deswegen) auffällt, und dessen Frechheit leider manchmal eher nervt, als dass sie Sympathien weckt. Der Versuch, ihm Tiefe zu verleihen, bleibt dünn, und so stolpert man durch seine turbulenten Erlebnisse, die an manchen Stellen längeratmig wirken und den Erzählfluss ausbremsen.
Der Schreibstil ist handwerklich solide, doch fehlt ihm das letzte Quäntchen Spannung oder überraschende Wendungen, die den Leser wirklich bei der Stange halten. Humor will sich nur vereinzelt einstellen, und die Charaktere bleiben oft seelenlos, was das Mitfiebern schwer macht. Die angedeuteten Herausforderungen und Konflikte verschenken so einiges an Potenzial.
Kurz gesagt: Wer Verantwortung nimmt, ein wenig Hintergrundwissen über Wikinger zum Zeitvertreib sucht und keine allzu hohen Erwartungen an die Figurenzeichnung hat, könnte hier durchaus ein paar unterhaltsame Stunden finden. Aber für Leser, die auf dynamische, mitreißende Historienkost à la Bernard Cornwell gehofft haben, bietet dieses Buch leider nicht genug.
Am Ende bleibt das Ganze ein holpriges Wikingerabenteuer mit Potenzial, das nicht ausgeschöpft wird – trotz der interessanten Ausgangslage hat mich das Buch eher kaltgelassen.
1 von 5 Sternen – Für mich leider kein Grund, tiefer einzutauchen.
Klappentext
Wir schreiben das Jahr 937. Erneut wird Britannien von plündernden Dänen heimgesucht. Der hitzköpfige Ulv wird aus Dyffryn Cudd in Kumraland verschleppt und auf dem Wikingerschiff Havormen an die Ruderbank gekettet. Doch er weigert sich, das Sklavendasein zu akzeptieren. Nicht einmal der große und starke Ymer, der ihn beschützen will, kann ihn davon abbringen.
Wer ist Ulv wirklich? Wer war seine Mutter, die einst auf einem Drachenschiff nach Britannien gekommen war? Als die Havormen das Land der Dänen erreicht, soll Ulv auf dem Sklavenmarkt von Haithabu verkauft werden. Eine vornehme Herrin scheint etwas in dem Jungen zu sehen. Sie kauft ihn. Und für Ulv öffnet sich eine neue Welt …
Ein faszinierendes, humorvolles und gnadenloses Abenteuer für alle Fans von Bernard Cornwell, Bjørn Andreas Bull-Hansen und von «VIKINGS».