Wenn dir das hier gefiel …
G. F. Unger 2364
Key Facts
Kritik
Wer auf kernige Western mit rauhem Charme und klaren Worten steht, ist bei „G. F. Unger 2364“ genau richtig. Von der ersten Seite an sitzt man quasi im Saloon und spürt die Spannung in der Luft – diese Mischung aus Gefahr, Mut und der großen Portion Unsicherheit eines jungen Revolvermanns macht sofort Lust, weiterzulesen.
Im Mittelpunkt steht Ben Quade, ein Mann, der sich seinen ersten Revolver hart erkämpft hat und nun Lernen muss, was es wirklich heißt, sich in der gnadenlosen Welt des Wilden Westens zu behaupten. Ben ist kein Überheld mit übernatürlichen Fähigkeiten, sondern ein Typ mit Ecken und Kanten, der Fehler macht, aber auch an sich wächst. Genau das macht ihn so sympathisch und authentisch. Der Schreibstil von G. F. Unger ist direkt, schnörkellos und dabei äußerst bildhaft – man kann förmlich den Staub auf der Straße riechen und das Klicken der Patronen hören.
Besonders ansprechend fand ich, wie Unger es schafft, mit wenigen Worten viel Atmosphäre zu erzeugen und die Spannung bis zur letzten Seite hochzuhalten. Allerdings hätte ich mir an manchen Stellen ein wenig mehr Tiefgang bei den Nebenfiguren gewünscht – hier bleibt es manchmal zu oberflächlich, was dem ansonsten sehr lebendigen Erzähltempo einen kleinen Dämpfer verpasst.
Wenn du Lust auf einen klassischen Western hast, der ohne viel Schnickschnack auskommt und vor allem durch starke Charaktere und packende Duelle überzeugt, dann ist dieses Buch definitiv einen Blick wert. Fans von rauen Geschichten mit Herz kommen hier auf ihre Kosten.
Klare 4 von 5 Sternen – ein Western, der mannstiefe Erwartungen erfüllt und mit Ben Quades Mut und Haltung kaum zu toppen ist.