Sommer der Erinnerung
Key Facts
Kritik
Sommer der Erinnerung von Marie Matisek – ein kurzer Ausflug in die Vergangenheit, der mehr Herz erwärmt, als man vermutet
Wer kennt das nicht? Dieses kleine Ziehen im Bauch, wenn man an die eigene Kindheit denkt – an warme Sommertage, die nach Freiheit und Abenteuer schmecken. Genau dieses Gefühl fängt Marie Matisek in Sommer der Erinnerung ein. Das Buch stammt zwar als Vorgeschichte zu ihrem bekannten Sommer-Roman Ein Sommer wie Limoneneis, funktioniert aber auch wunderbar eigenständig.
Im Mittelpunkt steht Marco Pantanella, ein erfolgreicher Anwalt aus München, der tief in sich spürt, dass irgendwas fehlt. Seine Wurzeln liegen zwar an der atemberaubenden Amalfi-Küste, doch das Leben hat ihn weit von dort weggetragen. Ein zufälliges Gespräch bringt ihn zurück in den Sommer seiner Kindheit – ein Sommer, der geprägt war von Entdeckungen, Familie und einem ganz besonderen Geheimnis. Die Geschichte ist dabei keine überladene Odyssee, sondern eine zarte Reise durch Erinnerungen, getragen von genau der richtigen Portion Nostalgie.
Marie Matiseks Schreibstil ist angenehm klar und leicht, sodass man sich locker durch die Seiten treibt, ohne über zu viele Schachtelsätze stolpern zu müssen. Besonders gefallen hat mir, wie sie Marcolis innere Zwiespalte und seine Liebe zur Heimat so glaubwürdig skizziert – das macht das Lesen zu einem fast schon persönlichen Erlebnis. Die Figuren sind lebendig, aber nie überzeichnet; gerade das macht die Geschichte authentisch und sympathisch.
Jetzt mal ehrlich: Wer nach einem spannungsgeladenen Krimi sucht, ist hier falsch. Das Buch ist eher ein kurzer, feinfühliger Moment zum Durchatmen und Nachdenken. Manche Leser:innen bemängeln, dass die Handlung recht knapp bleibt oder keinen roten Faden verfolgt. Das stimmt - Sommer der Erinnerung ist eben eher eine Mini-Auszeit als ein episches Lese-Abenteuer. Außerdem wäre ein bisschen mehr Tiefe an manchen Stellen schön gewesen, aber gerade die Kürze hält die Geschichte frisch und überschaubar.
Fazit: Wenn ihr Lust auf eine warme, gar nicht überkandidelte Geschichte habt, die euch mal eben mitnimmt an eine verwunschene Küste und zum Innehalten einlädt, dann ist Sommer der Erinnerung genau das Richtige. Für alle, die schnelle, gefühlvolle Lektüre schätzen, ein echter Sommer-Herzöffner.
Bewertung: 4 von 5 Sternen – weil das Buch wunderbar fühlt, aber gerne ein paar Seiten mehr vertragen hätte.
Klappentext
Eine Geschichte über die Sehnsucht nach der Kindheit und die Suche nach den eigenen Wurzeln.
Marco Pantanella lebt als erfolgreicher Anwalt in München, seine Heimat, die italienische Amalfi-Küste, hat er schon lange hinter sich gelassen. In letzter Zeit nagt ein leises Unbehagen an ihm, und als er bei einem Geschäftsessen mit einem Italiener ins Gespräch kommt, wandern seine Gedanken zurück in die Zeit, da er Kind gewesen ist - zu seinem Vater, dem zauberhaften Amalfi und zu jenem Tag, als er sich in der wilden Landschaft zu Hause verirrte …