Wenn dir das hier gefiel …
Letztendlich sind wir dem Universum egal
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nur ein Buch, das dich daran erinnert, wie kompliziert und gleichzeitig wunderbar das Leben – und vor allem die erste große Liebe – sein kann. „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ von David Levithan nimmt dich mit auf eine ungewöhnliche Reise, die zwischen Phantasie und realistischer Gefühlswelt balanciert.
Im Mittelpunkt steht A, eine Figur, die jeden Tag in einem neuen Körper aufwacht. Ein faszinierendes Konzept, bei dem sich sofort die Frage stellt: Was bedeutet es eigentlich, man selbst zu sein? A hat klare Regeln für seinen Alltag: Nicht auffallen, keine Spuren hinterlassen, sich nicht zu sehr einlassen. Doch dann trifft er Rhiannon, und plötzlich wird alles anders – das Leben, die Liebe, das eigene Selbstbild. Wie soll man jemanden lieben, wenn dieser „jemand“ jeden Tag ein anderer ist? Diese zentrale Frage treibt die Geschichte an und beschäftigt einen lange nach dem Lesen.
David Levithans Schreibstil ist dabei angenehm leicht, dabei aber nicht oberflächlich. Er schafft es, komplexe Themen wie Identität, Liebe und Zugehörigkeit so zu erzählen, dass man sofort drinsteckt und sich mit A verbunden fühlt, als würde man selbst ständig neu anfangen – ohne zu wissen, wer man sein darf. Die Figuren sind authentisch, nahbar und ohne übertriebene Dramatik, was besonders gut zum überraschend zarten Ton des Buches passt.
Was mir besonders gefallen hat: Die Mischung aus philosophischen Gedanken und ganz einfachen, berührenden Momenten. So fühlt sich das Lesen an, als würde man mit einem guten Freund tiefgründige Gespräche führen. Allerdings habe ich mir stellenweise ein bisschen mehr Klarheit gewünscht, gerade was die Grenzen zwischen Phantasie und Realität angeht. Das ist aber Geschmackssache – und vielleicht genau das gewisse Etwas, das dem Roman seine besondere Stimmung gibt.
Für alle, die sich gerne auf ungewöhnliche Liebesgeschichten einlassen, die Fragen nach Identität spannend finden und keine Angst vor ein wenig Herzschmerz haben, ist „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ definitiv eine empfehlenswerte Lektüre. Wer es dagegen klassischer oder lineare Geschichten mag, könnte manchmal etwas an Bodenhaftung vermissen.
Insgesamt ist der Roman ein berührendes, mutiges Stück Literatur, das mit ungewöhnlichen Perspektiven punktet, aber nicht jedem Leser gleichermaßen zugänglich sein wird – für mich eine solide 3 von 5 Sternen. Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst, auch wenn es nicht für jeden perfekt passt.
Klappentext
»Jeden Tag bin ich jemand anders. Ich bin ich – so viel weiß ich – und zugleich jemand anders. Das war schon immer so.«
Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt, und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren. Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren – aber kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?
Wie wäre das, nur man selbst zu sein, ohne einem bestimmten Geschlecht oder einer bestimmten Familie anzugehören, ohne sich an irgendetwas orientieren zu können? Und wäre es möglich, sich in einen Menschen zu verlieben, der jeden Tag ein anderer ist? Könnte man tatsächlich jemanden lieben, der körperlich so gestaltlos, in seinem Innersten aber zugleich so beständig ist?
Bei Antolin gelistet