Wenn dir das hier gefiel …
Jenseits der Schwelle (Ein Isla-Rivers-FBI-Thriller – Band 1)
Key Facts
Kritik
Kaum hatte ich „Jenseits der Schwelle“ aufgeschlagen, zog mich der eisige Wind Minnesotas förmlich in seinen Bann – und das ganz ohne Winterjacke. FBI-Agentin Isla Rivers ist genau die Art von Protagonistin, die man sich in einem Thriller wünscht: clever, tough, mit einer verletzlichen Seite, die sie absolut nahbar macht. Ihr Katz-und-Maus-Spiel mit einem mörderischen Gegner, der seinen Opfern auf eine verstörend raffinierte Weise nachstellt, sorgt für durchaus schweißtreibende Spannung.
Die Handlung ist knackig und spielt an den schneebedeckten Ufern des Lake Superior – perfekte Kulisse für kalten Nervenkitzel. Blake Pierce versteht es meisterlich, psychologische Tiefen auszuloten, ohne den Lesefluss zu bremsen. Besonders gefallen hat mir, wie glaubwürdig Isla trotz der ungeheuren Belastung bleibt, dabei aber immer wieder unerwartet menschliche Momente zeigt. Der Schreibstil ist dabei angenehm flüssig, ohne zu überladen zu wirken, sodass man kaum merkt, wie die Seiten nur so dahinfliegen.
Ein bisschen holprig fand ich stellenweise die etwas zu schnellen Perspektivwechsel und gelegentlich die etwas klischeebehafteten FBI-Klischees – aber wer will schon einen Thriller ohne ein paar dieser bewährten Zutaten? Dafür entschädigen die zahlreichen Wendungen und die dichte Atmosphäre voll und ganz.
Für alle, die Lust auf einen spannenden Thriller mit einer starken, eigenwilligen Ermittlerin haben und sich von düsteren Psychospielchen nicht abschrecken lassen – hier seid ihr goldrichtig. „Jenseits der Schwelle“ ist eine kurzweilige, aufregende Lektüre, die Lust auf mehr macht und zeigt, dass Blake Pierce sein Handwerk versteht.
4 von 5 Sternen – stark, spannend und mit Raum nach oben!