Wenn dir das hier gefiel …
Gezeitenmord
Key Facts
Kritik
Kaum schlägt man Gezeitenmord auf, nimmt einen der dichte Nebel am Wattrand gefangen – eine Stimmung, die sofort unter die Haut geht. Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen. Es ist genau die Art von Krimi, bei dem man spürt, dass hinter der Geschichte mehr steckt als nur ein simples „Wer hat’s getan?“.
Im Zentrum steht Lykke Teit, die erstmals einen Mordfall eigenhändig leitet – und wie es sich gehört, hat sie natürlich ihre ganz eigenen Geheimnisse. Als bei einem Spaziergang im Watt die Leiche eines Mannes auftaucht, geraten die Ermittlungen schnell in spannend-reale Gefilde: Die Tat spielt direkt an der deutsch-dänischen Grenze, was das klein-klein der Behörden, aber auch die Dynamik zwischen den Charakteren äußerst interessant macht. An Lykke’s Seite steht Rudi Lehmann aus Flensburg, ein norddeutscher Scherzkeks, bei dem sich gewohntes und fremdes Denken schön ergänzen. Schon hier merkt man, wie Dennis Jürgensen mit seinen sympathischen, nuancierten Figuren arbeitet – keine Klischees, sondern echte Menschen mit Ecken und Kanten.
Besonders gelungen fand ich den fein austarierten Schreibstil: locker, klar, dabei niemals seicht. Die Handlung entwickelt sich zügig, ohne sich in Nebensächlichkeiten zu verlieren, und der mix aus Spannung und Menschlichkeit macht das Buch richtig rund. Und ja, die Emotionen kommen nicht zu kurz, gerade wenn es um den kleinen Villads geht, der spurlos verschwunden ist – das sorgt für eine beklemmende Atmosphäre, die den Puls in die Höhe treibt.
Ein kleiner Wermutstropfen? Manchmal wären noch ein paar mehr Hintergrundinfos zu den Nebenfiguren schön gewesen, um das Dorf Melum hinter dem Nebel noch lebendiger zu spüren. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Fazit: Wer Krimis mit Seele und einer Prise nordischem Charme mag, sollte bei Gezeitenmord unbedingt zugreifen. Spannung, Atmosphäre und starke Figuren – eine Kombi, die Lust auf mehr macht. Absolute Leseempfehlung!
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Klappentext
Bei einem Spaziergang im Watt machen der Lehrer Lasse und sein elfjähriger Schüler Villads im dichten Nebel einen grausamen Fund: Im festen Sand des Meeresgrundes steckt die Leiche eines Mannes.
Es ist Lykke Teits erster eigener Fall – endlich darf sie die Ermittlungen in einem Mordfall leiten. Dass sie den Toten kannte und er sich verfolgt fühlte, verschweigt sie. Da die Leiche im Watt auf der Grenze zwischen Dänemark und Deutschland gefunden wurde, wird ihr Rudi Lehmann aus Flensburg zur Seite gestellt. Die beiden sehr ungleichen Ermittler verstehen sich auf Anhieb. Ihre Untersuchungen konzentrieren sich auf das kleine Dorf Melum, in dem jeder jeden kennt. Lykke und Rudi ermitteln nicht nur in diesem Mordfall: Villads ist seit dem Fund der Leiche spurlos verschwunden. Es ist nicht das erste vermisste Kind im Dorf. Wer weiß was? Und konnte sich Villads wie sein Lehrer vor der einsetzenden Flut an Land retten?
Die neue Reihe um die beiden sympathischen Ermittlerfiguren beginnt so spannend, dass man diesem Roman bereits mit der ersten Seite rettungslos verfällt. Reinlesen und nicht mehr aufhören können!