Schlangengrube
Key Facts
Kritik
Kaum schlägt man „Schlangengrube“ auf, spürt man förmlich die düstere Atmosphäre, die sich langsam wie ein Nebel um die Geschichte legt. Anna Jansson schafft es hier, Spannung und Geheimnis so geschickt zu verweben, dass man Seite um Seite kaum aus der Hand legen kann.
Im Zentrum steht Kommissar Kristoffer Bark, der mit einem ungewöhnlichen Fall konfrontiert wird: Die Leiche eines vor über 40 Jahren verschwundenen Jugendlichen wird in einem abgebrannten Kino entdeckt – ein Cold Case, der plötzlich neues Leben annimmt. Parallel dazu gibt es einen tödlichen Anschlag auf einem Universitätsfest, der das ganze Geschehen noch dramatischer macht. Dass sich hinter diesen beiden Fällen eine Verbindung verbirgt, macht die Handlung richtig knifflig und sorgt für ordentlich Nervenkitzel.
Bark ist ein Charakter, der trotz der düsteren Thematik mit einer gewissen Menschlichkeit und Nachdenklichkeit besticht. Man fühlt mit ihm, rätselt und zweifelt mit – das macht den Thriller persönlich und lebendig. Janssons Schreibstil ist dabei angenehm klar, flüssig und dennoch bildstark. Nie verliert die Story an Tempo, ohne dass man das Gefühl hat, gehetzt zu werden. Besonders überzeugend fand ich, wie geschickt Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschmelzen, ohne dass man den Überblick verliert.
Ein kleiner Wermutstropfen: Manche Passagen bauen ein wenig langsam auf, was in einer so packenden Story etwas mehr Punch vertragen könnte. Aber das tut dem Gesamteindruck kaum Abbruch, weil die Spannung immer wieder richtig zündet.
Für alle, die Lust auf einen intelligent konstruierten, atmosphärischen Schwedenkrimi mit Tiefgang haben und gern in verzwickte Ermittlungen eintauchen, ist „Schlangengrube“ genau das Richtige. Wer schnelle Action sucht, könnte stellenweise ein bisschen Durchhaltevermögen brauchen, aber wer sich auf die Story einlässt, wird belohnt.
4 von 5 Sternen – ein starker Thriller, der mich gut unterhalten und neugierig auf mehr gemacht hat.
Klappentext
Nach dem Brand eines Kinos wird im Lüftungsschacht die Leiche eines 18-Jährigen gefunden. Der junge Mann verschwand vor 40 Jahren, in derselben Nacht, als seine Klassenkameradin ermordet wurde. Kristoffer Bark beginnt zu ermitteln, bis ein anderer Fall zur Priorität wird: Auf einem Universitätsfest wurden mehrere Ehrengäste tödlich vergiftet. Bald lassen neue Informationen einen Zusammenhang zwischen dem Cold Case von 1985 und dem Anschlag erkennen, und Bark begreift, dass ihre Vergangenheit die Opfer auf verhängnisvolle Weise eingeholt hat. Aber auch er und sein Team müssen auf der Hut sein …
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