Hasenjagd
Key Facts
Kritik
Wer auf der Suche nach einem Thriller ist, der einen sofort ins Geschehen reißt und nicht mehr loslässt, sollte „Hasenjagd“ ganz oben auf die Leseliste setzen. Schon die ersten Seiten lassen einen spüren, dass hier ein besonders finsterer Fall auf Joona Linna wartet – und man ist sofort mittendrin in einer Jagd auf einen nicht nur brutalen, sondern auch cleveren Mörder.
Im sechsten Fall der Reihe sitzt Joona Linna eigentlich schon seit zwei Jahren hinter schwedischen Gittern, als ihn ausgerechnet der Premierminister höchstpersönlich zu einem geheimen Auftrag holt. In einem schicken Stockholmer Viertel wurde ein Mann auf grausamste Weise ermordet – und das ist nur der Anfang. Als dann ein zweiter Mord nach demselben schrecklichen Muster folgt, wird klar: Hier hat jemand eine ganz eigene, makabre Botschaft zu vermitteln. Joona und seine Kollegin Saga Bauer müssen unter strengster Geheimhaltung ermitteln, was der Geschichte eine nervenaufreibende, fast klaustrophobische Spannung verleiht.
Was „Hasenjagd“ für mich besonders macht, ist der doppelte Erzählstrang: Einerseits die knallharten Ermittlungen, die einem keine Verschnaufpause gönnen, andererseits die psychologische Tiefe, mit der die Figuren – vor allem Joona, dieser komplexe, fast schon kaputte Held – gezeichnet werden. Der Stil von Kepler und Alms liest sich wie eine Mischung aus punchy Dialogen und atmosphärischer Dichte, die immer wieder für Gänsehaut-Momente sorgt. Schon beim Kinderlied, das der Killer abspielt, läuft einem ein kalter Schauer über den Rücken – so clever und unheimlich ist das eingebaut.
Klar, man merkt ab und zu, dass bei so viel Action und Geheimniskrämerei die Story manchmal ziemlich dicht wird – da hätte ich mir an manchen Stellen ein klein bisschen mehr Ruhe oder auch eine Prise Kreativität gewünscht. Aber hey, das passiert bei Thrillern nun mal, wenn sie so auf Tempo fahren. Außerdem ist das Gesamtpaket so überzeugend, dass kleine Schwächen kaum ins Gewicht fallen.
Fazit: Wer Lust auf einen smarten, packenden Schweden-Krimi voller überraschender Wendungen hat und Joona Linna als Ermittler schätzt, wird „Hasenjagd“ lieben. Ein Thriller, der einen tief eintauchen lässt und gleichzeitig ordentlich Herzklopfen beschert. Von mir gibt’s eine solide 4,5 von 5 Sternen – eine klare Empfehlung für alle, die es spannend und ein bisschen düster mögen.
Ums kurz zu machen: Ja, dieses Buch hat den Nervenkitzel, den man sich von einem guten Thriller erhofft – und noch einiges mehr.
Klappentext
Joona Linna sitzt bereits seit zwei Jahren im Hochsicherheitstrakt der JVA Kumla ein, als er zu einem heimlichen Treffen mit dem schwedischen Premierminister gebeten wird. Die Regierung benötigt dringend seine Hilfe. In einem wohlhabenden Stockholmer Viertel ist ein Mann bestialisch ermordet worden, vermutlich ein terroristischer Anschlag. Die Tat wird geheim gehalten. Kurz darauf geschieht ein weiterer Mord, nach ähnlich brutalem Muster: Beiden Opfern wurde vor ihrem quälend langsamen Tod ein Kinderlied vorgespielt ...
Joona Linna und Saga Bauer sind gezwungen, unter höchster Geheimhaltungsstufe ermitteln, um den gnadenlosen Mörder aufzuhalten.
Ein weiterer spannender Schweden-Krimi aus der Bestseller-Reihe von Lars Kepler