Wenn dir das hier gefiel …
G. F. Unger 2394
Key Facts
Kritik
Schon nach den ersten Seiten fühlt man sich fast so, als stünde man selbst am staubigen Rande von Angelgate, diesem scheinbar idyllischen Westernstädtchen, das vom Schatten seiner eigenen Legenden umhüllt wird. G. F. Unger entführt uns in „G. F. Unger 2394“ in eine Welt, in der Freundschaft, Loyalität und harte Entscheidungen das tägliche Brot sind – und man merkt sofort: Hier geht es um mehr als nur Cowboys und Schießereien.
Die Geschichte nimmt dich mit auf die Reise eines jungen Mannes, der trotz raubeiniger Umstände den alten Sheriff als einen Verbündeten entdeckt, auch wenn sie beide durch das raue Pflaster von Angelgate geformt wurden. Man spürt die Zuneigung und den Respekt, der sich langsam zwischen zwei so unterschiedlichen Charakteren entwickelt, ohne dass die Worte dabei zu dick aufgetragen wären. Die Figuren wirken authentisch, handfest, nicht wie die typischen Helden aus Hollywoodwestern – genau das macht den Charme des Romans aus.
Unger schreibt mit einem leicht zugänglichen Stil, der trotzdem niemals langweilig wird. Die Beschreibungen von Landschaft und Atmosphäre sind präzise und bildhaft, ohne ins Detail zu versinken, man hat das Gefühl, selbst die roten Engel-Felsen am Canyonportal zu sehen. Die Handlung hält immer genug Spannung bereit, um neugierig zu bleiben, und es gibt den einen oder anderen Moment, der wirklich überraschend und berührend ist.
Klar, wer auf blutige Action oder epische Western-Mythologie wartet, könnte hier vielleicht ein bisschen zu kurz kommen. Das Tempo ist eher ruhig, und die Story entfaltet sich eher über Charakterentwicklung als über dramatische Wendungen. Aber genau diese etwas gemächlichere Erzählweise macht das Buch für alle interessant, die Lust auf einen Western mit Herz, Seele und einem Schuss Melancholie haben.
Wenn du also Bock auf eine Geschichte hast, die nicht mit Kanonen sondern mit feiner Beobachtungsgabe und authentischen Gefühlen punktet, bist du hier genau richtig. „G. F. Unger 2394“ bringt diesen rauen Western-Charme, der einen nicht mehr loslässt, noch lange nachdem man die letzte Seite zugeschlagen hat.
4 von 5 Sternen – ein Western, der mehr auf Charaktertiefe setzt und damit genau ins Schwarze trifft.
Klappentext
Ich fragte mich manchmal, wie lange er wohl noch Sheriff in Angelgate bleiben konnte. Ja, Angelgate hieß die kleine Stadt. Sie lag am Angelgate Creek - und all diese Angelgate-Benennungen hingen mit den beiden roten Felsen zusammen, die rechts und links des Canyoneingangs von Westen her standen.
Diese roten Felsen hatten die Formen zweier riesenhafter Engel, die sich gewissermaßen am Canyoneingang vor allen Ankömmlingen verneigten, sie also am Eingangstor zum Paradies willkommen hießen.
Deshalb hieß der Ort Angelgate - also Engelstor.
Aber der Name war ein Witz. Denn es gab keine Engel in diesem Land ...