Wenn dir das hier gefiel …
G. F. Unger Western-Bestseller 2801
Key Facts
Kritik
Wer Lust auf eine rauhe Western-Story mit ordentlich Familiendramatik und einer Prise Wildnis hat, ist bei „G. F. Unger Western-Bestseller 2801“ genau richtig. Die Erzählung entführt uns mitten in die Herbstfarben der Great Smoky Mountains von Tennessee – schön atmosphärisch, fast schon zum Greifen nah. Aber hier geht es nicht um Idylle, sondern um harte Kerle, zerbrochene Familienbande und das unausweichliche Erbe von blutigen Konflikten.
Im Mittelpunkt stehen die Beams, keine Familie zum Verkuscheln, eher das genaue Gegenteil – zu wild, ungestüm und tief verwurzelt im rauen Western-Lebensstil. Mit dem Tod des alten Jim Beam kommt Bewegung in die Geschichte, vor allem weil der langjährige Machtkampf mit den O’Hattaways eine explosive Wende nimmt. Dabei fesselt die Erzählweise: G. F. Unger hat diesen typischen, schnörkellosen Western-Stil, der mit klaren Worten und authentischem Ton eine spürbare Nähe zur Zeit und den Figuren schafft. Man fühlt förmlich den Staub unter den Nägeln und hört das Knallen der Revolver – das macht Spaß!
Was ich besonders mochte, ist das Zusammenspiel zwischen den Charakteren, vor allem die Spannung zwischen den Geschwistern und der alleinerziehenden Mutter, die jetzt erst so richtig loslegt. Diese Dynamik gibt der Story eine schöne Tiefe, ohne dass sie sich im Drama verliert. Allerdings merkt man dem Buch an manchen Stellen an, dass es sich im Genre-Kosmos bewegt, den man schon kennt. Überraschungen? Nicht wirklich. Wer also auf richtige Innovation hofft, könnte ein bisschen auf dem Trockenen sitzen. Aber wer die Klassiker mag, für den geht hier die Post ab.
Kritisch sei noch angemerkt, dass die Geschichte gegen Ende etwas hastig wirkt und ein paar Wendungen etwas zu plötzlich kommen. Da hätte ein bisschen mehr Zeit zum Ausspielen der Konflikte nicht geschadet. Trotzdem geschenkt – der Spaßfaktor bleibt hoch und die rasante Handlung zieht einen mit.
Kurz gesagt: „G. F. Unger Western-Bestseller 2801“ ist genau das Richtige für alle, die auf authentischen, kernigen Western mit Herz und ein bisschen rauer Spannung stehen. Für eingefleischte Fans ein Muss, für Neulinge ein cooles Abenteuer mit Staub in der Lunge.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Wir waren nicht das, was man eine friedfertige oder gar seriöse Sippe nannte. Nein, wir waren so ziemlich genau das Gegenteil. Und solange unser Dad noch lebte, konnte sich unsere Mom nicht durchsetzen.
Doch nun war Old Man Jim Beam tot. Der letzte O’Hattaway hatte ihn - selbst schon sterbend - mit seiner letzten Kugel umgelegt. Jetzt gab es zwar keine lebenden männlichen O’Hattaways mehr, doch auch unseren Dad hatte es noch erwischt.
Jetzt war unsere Mom am Zuge.
Wir hockten an diesem Tag zum ersten Mal wieder alle zusammen an unserem großen Tisch in der alten Hütte, in der wir kaum Platz hatten, obwohl diese Hütte im Lauf der Jahre einige Anbauten bekommen hatte ...