Wenn dir das hier gefiel …
Im Land der weißen Wolke
Key Facts
Kritik
Kaum hat man die ersten Seiten von „Im Land der weißen Wolke“ aufgeschlagen, spürt man das Fernweh und das Knistern eines großen Neuanfangs ganz tief. Sarah Lark entführt uns ins Jahr 1852, in das Leben zweier junger Frauen, die mutig das vermeintliche Paradies Neuseeland suchen – mit nichts als Hoffnung im Gepäck und einem Ehemann, den sie kaum kennen. Gwyneira, die adlige Verlobte eines reichen Schafbarons, und Helen, die von der Abenteurerin zur Farmergattin wird, sind dabei mehr als nur Figuren auf einer Landkarte; sie sind Trägerinnen von Sehnsüchten, Ängsten und unerschütterlichem Lebensmut.
Der Erzählstil von Lark ist angenehm flüssig und detailreich genug, um das Kopfkino anzuwerfen, ohne sich in historischen Fakten zu verlieren. Die Charaktere sind dabei wunderbar vielschichtig – vor allem Gwyneira springt einem sofort ins Herz mit ihrem Zwiespalt zwischen gesellschaftlichem Druck und eigenem Willen. Helen besticht durch ihre Bodenständigkeit und ihren unerschütterlichen Pragmatismus. Die Mischung aus Familiendramen, zarten Liebesgeschichten und heftigen Konflikten bringt ordentlich Dampf ins Getriebe – perfekt für alle, die mal eben in eine andere Zeit abtauchen wollen.
Ein kleiner Knackpunkt: Manchmal hätte ich mir ein bisschen weniger vorhersehbare Wendungen gewünscht – die Geschichtenerzählung folgt ab und an schon ziemlich bewährten Pfaden. Trotzdem trübt das den Lesefluss kaum, weil die Atmosphäre einfach trägt und man sich gern in diesem rauen, aber faszinierenden Neuseeland verliert.
Wer auf authentische historische Romane steht, gern in fremde Welten entführt wird und Geschichten liebt, die Herz und Verstand ansprechen, der ist bei „Im Land der weißen Wolke“ genau richtig. Ein Buch, das zwar nicht das Rad neu erfindet, aber mit viel Herz und Lebensgefühl punktet.
4.5 von 5 Sternen – ein herrlich flüssiger Roman, der Lust macht auf Abenteuer und Herzen, die ihren Platz finden wollen.