Rauhnachtleuchten
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es genau so eine Geschichte – warmherzig, winterlich und mit einer Prise Magie – um mitten im Alltag ein bisschen aufzutauen. „Rauhnachtleuchten“ von Johanna Moertl entführt uns in ein verschneites Bergdorf, wo Alma, 42, frisch geschieden und schlecht drauf, nicht nur kalte Luft, sondern auch reichlich Emotionen schnuppert. Anstatt gemütlich alleine Weihnachten zu verbringen, stürzt sie sich kopfüber in ein spirituelles Rauhnächte-Retreat, das mehr als nur Glühwein und Kerzenschein bereithält.
Die Geschichte klingt simpel, ist aber alles andere als oberflächlich. Alma ist eine Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt – nicht perfekt, dafür ehrlich und mit echten Ecken und Kanten. Und hey, diese drei Männer, die ihr in den zwölf Nächten begegnen, bringen ordentlich Wirbel ins Gemüt – jeder für sich eine ganz eigene Herausforderung. Johanna Moertls Schreibstil fließt locker, ohne sich in Kitsch zu verlieren. Die winterliche Alpenkulisse bekommt so viel Raum, dass man fast die frische Bergluft riechen kann. Besonders hat mir gefallen, wie die Autorin das Thema Loslassen und Neubeginn mit einem Hauch Mystik mixt, ohne dabei abzuheben.
Kleine Abstriche gibt es beim Tempo, das stellenweise etwas gemächlich vor sich hin plätschert – aber genau das passt irgendwie zur Stimmung und zum Rhythmus der Rauhnächte. Ein wenig mehr Pep hätte dem Buch an manchen Stellen gutgetan, doch wer sich darauf einlässt, wird belohnt.
Ob du gerade selbst am Scheideweg stehst oder einfach Lust auf eine warmherzige, leicht mystische Geschichte mit Tiefgang hast, ist „Rauhnachtleuchten“ genau dein Ding. Kein großes Drama, sondern feine Gefühlsarbeit mit viel Herz. Für alle, die zu Weihnachten nicht nur Plätzchen, sondern auch Inspiration fürs Herz suchen.
4 von 5 Sternen – fühlt sich an wie eine warme Decke an kalten Tagen.