Fake Dates im Schottenrock
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es genau die richtige Portion Chaos, um das Herz aufzumischen – und genau das liefert „Fake Dates im Schottenrock“ mit einer sympathischen Mischung aus Humor, Herz und einer Prise Drama. Tegan Wells, diese Frau mit den passenden Worten für alle, nur nicht für sich selbst, bringt sich unfreiwillig in ein ziemliches Dilemma, als ihre eigentlich privaten, ehrlichen Weihnachtskarten plötzlich auf Reise gehen. Dass das bei ihrem Chef, ihrer Familie und ihrem Ex für ordentlich Wirbel sorgt, kann man sich vorstellen. Hier kommt Kieran MacTavish ins Spiel, der Weihnachten eigentlich meidet wie der Teufel das Weihwasser, aber für Tegan eine Ausnahme macht – und so landen wir mitten in einem festlichen Fake-Dating-Szenario auf dem schottischen Familiensitz.
Was mir richtig gut gefallen hat, sind die beiden Hauptfiguren, die so herrlich unperfekt sind und durch kleine, authentische Macken und Geheimnisse lebendig werden. Tegan ist so nahbar mit ihren Unsicherheiten, dass man ihr einfach nur Mut zuschieben will, und Kieran mit seinen inneren Konflikten zwischen Familie und Geschäft bringt die nötige Tiefe ins Spiel. Karin Lindbergs Schreibstil ist dabei locker-flockig, aber nie seicht – die Kapitel fliegen nur so dahin, und die typischen Weihnachtsklischees werden charmant umgangen oder liebevoll aufs Korn genommen. Besonders die Atmosphäre in dem kalten, windschnittigen Schloss vor schneebedeckter Highland-Kulisse hat mich direkt in festliche Stimmung versetzt, ohne dass es zu süßlich wurde.
Klar, manchmal sind die Wendungen vielleicht einen Tick zu vorhersehbar, und das eine oder andere typische Fake-Date-Klischee bekommt seinen Auftritt, aber genau das macht für mich auch den Spaß aus – Romantik, die man kennt, aber mit genug Herz und Witz versehen, um nicht schon beim ersten Kapitel die Augen zu verdrehen. Ein kleiner Kritikpunkt wäre, dass manche Nebenfiguren etwas blass bleiben. Da hätte ich gerne noch mehr Einblick in die schottische Familie gehabt.
Kurzum: Wer Lust auf eine warmherzige, leichtfüßige Liebesgeschichte mit festlichem Ambiente und einem Schuss schottischem Charme hat, der sollte dieses Buch definitiv auf die Leseliste packen. Für alle, die Fake Dates und Winterromanzen mögen, ist „Fake Dates im Schottenrock“ ein charmantes kleines Glücksmoment zwischen den Feiertagen.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen.