Wenn dir das hier gefiel …
G. F. Unger 2398
Key Facts
Kritik
Direkt vom ersten Satz nimmt einen „G. F. Unger 2398“ mit auf eine Reise, die tief unter die Haut geht – rau, ehrlich und mit einem Hauch von Melancholie. Man taucht ein in das Leben von Matt Oarson, einem Mann, der vor zehn Jahren als junger Bursche davongeritten ist und nun als abgeklärter Revolvermann in seine Heimat zurückkehrt. Die Geschichte erzählt von Verwandlung, Heimat und den Spuren, die das Leben in der Wildnis und unter harten Männern hinterlässt.
Matt ist eine Figur, die man nicht so schnell vergisst. Seine stille Kraft, die Narben auf Körper und Seele, all das macht ihn greifbar und authentisch. G. F. Ungers Erzählstil ist direkt und klar, ohne unnötige Schnörkel, was dem Western-Genre völlig gerecht wird. Man spürt förmlich den Staub auf der Haut und hört das Knarren des Sattels, während die Geschichte zwischen Actionszenen und nachdenklichen Momenten mühelos pendelt.
Was mir besonders gefallen hat: Unterscheidbar vom typischen Western-Einheitsbrei wird hier eine tiefere Charakterzeichnung geboten, die man selten in diesem Genre findet. Gleichzeitig fehlt es nicht an Tempo und Spannung – ein schönes Paradox, das das Lesen angenehm gestaltet. Einziger Wermutstropfen ist manchmal die Komplexität der Szenenbeschreibungen; gelegentlich wäre ein bisschen weniger mehr gewesen, denn dann hätte das Tempo stellenweise noch mehr Schwung gehabt.
Wer Lust hat auf einen Western, der nicht nur mit Waffen, sondern auch mit Emotionen spricht und gerne mal in die Köpfe seiner Figuren schaut, sollte bei „G. F. Unger 2398“ unbedingt reinschauen. Ein solider Pageturner mit Tiefgang für alle, die nicht genug von rauen Landschaften und starken Charakteren bekommen.
Ich gebe 4 von 5 Sternen – ein Western, der überzeugt und Lust auf mehr macht.
Klappentext
Revolvermann! Ein anrüchiges Wort ist das.
Vielleicht hätte sein harter Vater ihn anders anpacken müssen - aber vielleicht hätte auch das die Dinge nicht aufgehalten. Vielleicht ist es sein Schicksal, immer reiten zu müssen und die Unruhe des Blutes wie ein Zugvogel zu spüren. Matt Oarson sitzt auf einem großen Rappwallach und er ist selbst ein großer Mann. Seine Bewegungen sind glatt und geschmeidig. Alles an ihm erscheint wunderbar eingespielt. Auf seinem Gesicht haben die harten Kämpferjahre ihre Zeichen hinterlassen. Und am ganzen Körper trägt er noch die Spuren aus jener Zeit, als er ein Junge unter rauen und wilden Männern war und sich erst einen Platz unter ihnen erobern musste.
Eines Tages kamen dann bestimmte Nachrichten aus dem Long Rim Valley zu ihm. Da fühlte er, dass er heimreiten musste.
Nun hält er auf seinem großen Rappwallach oben auf einer Kehre des Passweges und späht in das Tal hinunter ...