Andere als diese Welten
Key Facts
Kritik
Es gibt Bücher, bei denen man sofort spürt: Das wird eine wilde Reise – genau so fühlt sich „Andere als diese Welten“ an. Stephen King und Peter Straub nehmen ihre Leser:innen mit auf einen aufregenden Trip durch verschlungene Realitäten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben – und doch untrennbar verwoben sind.
Im Zentrum steht Jack Sawyer, der zwischen den Welten wandelt und dabei auf sein Schicksal als Beschützer von Mittwelt trifft. Während er versucht, die drohende Katastrophe aufzuhalten, spürt man bei jeder Seite, wie das Schicksal von verschiedenen Universen an einem dünnen Faden hängt. Ohne zu viel wegzunehmen: Wer komplexe Welten und Figuren mit Ecken und Kanten liebt, wird hier bestens bedient. Jack ist kein typischer Held, eher jemand, dem man gerne auf Schritt und Tritt folgt, gerade weil er so menschlich wirkt – seine Zweifel, seine Stärke, aber auch seine Verletzlichkeit sind spürbar.
King und Straubs Schreibstil sitzt wie immer perfekt: ein Mix aus spannungsgeladenen Momenten, nachdenklichen Passagen und überraschenden Wendungen, die oft aus dem Nichts kommen. Man merkt sofort die harmonische Zusammenarbeit der beiden, die sich gegenseitig perfekt ergänzen und das Ganze weit über Genregrenzen hinaustragen. Besonders gefallen haben mir die feinen Verknüpfungen zur Dunklen-Turm-Saga, die Fans ein vertrautes, gleichzeitig aber auch ganz neues Terrain eröffnen.
Klar, „Andere als diese Welten“ braucht ein bisschen Geduld – mitunter ziehen sich ein paar Passagen etwas in die Länge, und bei der Vielzahl an Figuren kann man schon mal kurz den Überblick verlieren. Aber das schmälert die Freude am Buch kaum, denn gerade die Tiefe macht den Reiz aus.
Wer Lust auf ein fantasievolles Abenteuer hat, das mehr ist als bloßer Fantasyschlager und spannend über mehrere Ebenen erzählt wird, kommt hier voll auf seine Kosten. Für alle anderen könnte die Komplexität stellenweise eine kleine Hürde sein.
Fazit: Ein clever gestrickter Genre-Mix, der Fans von King und Straub begeistern wird und neben packender Unterhaltung auch ordentlich Stoff zum Nachdenken liefert. Eintauchen, durchhalten und mitfiebern lohnt sich definitiv.
4 von 5 Sternen
Klappentext
Jack Sawyer lebt seit Jahren in der Anderwelt, die er die Territorien nennt, von der er nun jedoch weiß, dass sie Teil des größeren Reiches Mittwelt ist. Er hat sich an die seltsamen Gepflogenheiten dort und die mystische Geschichte gewöhnt, die von dem sagenumwobenen Revolvermann Roland handelt, der Mittwelt vor der Zerstörung des Dunklen Turms bewahrt hat. Jack kann zwischen den Welten wechseln, in unserer aber nicht lange verweilen, weil sie auf die Dauer für ihn tödlich ist. Als eine marodierende Mördersekte seine Freunde in Amerika in Gefahr bringt und anschließend in Mittwelt auftaucht, erkennt er, dass die Welten zu kollidieren beginnen. Eine dunkle Macht, die alles – alle Welten – zu verschlingen droht, gewinnt zusehends an Bewusstsein und Stärke.
Mit dem Segen von Peter Straub verwebt Stephen King die Talisman-Reihe mit der Dunkler-Turm-Saga.