Wenn dir das hier gefiel …
Flieh! (Ein Heather-King-Thriller – Band 1)
Key Facts
Kritik
Schon beim ersten Kapitel hatte ich dieses leichte Ziehen im Magen, dieses „noch ein Kapitel“-Gefühl, das einen so schnell nicht mehr loslässt — genau das, was ein guter Thriller versprechen soll.
Heather King ist neu im Job, junge Hilfssheriffin in einer verschlafenen Kleinstadt im Mittleren Westen, und an ihrem ersten Arbeitstag stolpert sie über ein Detail am Tatort, das alle anderen übersehen haben. Plötzlich ist sie mittendrin in einem Wettlauf gegen die Zeit: Eine Serie von Morden an Raststätten breitet sich aus, Hinweise werden zu Puzzleteilen — und je näher Heather dem Täter kommt, desto gefährlicher wird es. Viel mehr will ich nicht verraten, aber Spannung und Tempo ziehen sich durch jede Seite.
Heather selbst ist die größte Stärke des Buchs: kein überzeichnetes Superheldinnen-Image, sondern eine fehlerhafte, entschlossene Frau, die sich Schritt für Schritt ins Vertrauen des Lesers kämpft. Man merkt, dass Kate Bold eine Schwäche für starke, handlungsfähige Protagonistinnen hat — Heather wirkt authentisch, verletzlich und doch zäh. Die Nebenfiguren bleiben teilweise etwas schemenhaft, was im Thriller-Tempo aber auch Platz für die zentrale Erzählung lässt.
Der Stil ist schnörkellos, dialogstark und auf Zug ausgelegt. Die Kapitel sind kurz genug, um das Tempo hochzuhalten, aber ausführlich genug, damit die Ermittlungsarbeit nicht oberflächlich wirkt. Ich mochte besonders, wie die Autorin die kleine-town-Atmosphäre mit bedrohlicher Leere koppelt — Raststätten als Ort des Unheils sind ein gutes Setting und sorgen für ein beklemmendes Grundgefühl.
Ein spontaner Gedanke beim Lesen: Man legt das Buch kaum aus der Hand, bis die letzte Seite durch ist. Gleichzeitig merkt man, dass Bold auf bewährte Thriller-Muster zurückgreift — wer sehr experimentelle oder literarische Kriminovitäten sucht, wird hier nicht fündig. Hin und wieder wirken Motive und Wendungen etwas vertraut, und einige Nebenstränge hätten etwas tiefer ausgearbeitet sein können.
Kurz und knapp: Solide, temporeich und mit einer Protagonistin, die man gern weiterverfolgt. Ideal für alle, die Pageturner mit klaren Figuren, nordamerikanischem Flair und spannendem Ermittlungsfokus mögen. Kleiner Wermutstropfen bei Originalität und Nebenfiguren, aber das schmälert das Lesevergnügen kaum.
Fazit: Spannender Reihenauftakt mit einer