Der Maskenball
Key Facts
Kritik
Schon die erste Seite von Der Maskenball hat mich sofort in Virginia Prescotts glamouröse, aber komplizierte Welt gezogen – Champagner, wilde Feste und ein Leben zwischen Schein und Sein, das mehr Tiefgang hat, als man vermuten würde. Virginia, die auf den ersten Blick wie das verwöhnte reiche Mädchen wirkt, macht einen mutigen Schnitt und wagt es, sich ganz neu zu erfinden. Dass sie dabei einem charmanten Australier namens Liam eine lange Nase dreht, bringt ordentlich Schwung in die Geschichte.
Karin Lindberg versteht es, ihre Figuren lebendig und mit Ecken und Kanten zu zeichnen. Virginia ist nicht perfekt, aber gerade das macht sie sympathisch und nahbar. Liam als Gegenpart überzeugt mit seinem lockeren, humorvollen Charme – da springt die Funkenflug-Stimmung sofort aufs Leserherz über. Der Schreibstil ist unkompliziert und flüssig, sodass man regelrecht durch die Seiten gleitet. Besonders die knackigen Dialoge und überraschenden Wendungen haben mich mehr als einmal zum Schmunzeln oder mitfiebern gebracht.
Kritisch sehe ich nur, dass die Geschichte stellenweise ein bisschen an Tempo verliert, wenn zu viel auf das Drama rund um die geliehene Identität gesetzt wird. Manchmal hätte ich mir hier etwas mehr Leichtigkeit gewünscht, um das Buch noch sommerlicher genießen zu können. Trotzdem stört das den Lesefluss kaum und macht das Gesamtbild nicht weniger rund.
Wer Lust auf eine prickelnde Mischung aus Romantik, Geheimnissen und einem modernen Mädchen-für-alles hat, ist hier genau richtig. Der Maskenball bringt das gewisse Etwas mit – eine schöne Portion Herz und viel Spaß, ohne sich zu ernst zu nehmen. Für mich eine klare Leseempfehlung mit 4 von 5 Sternen!