Sylter Gift
Key Facts
Kritik
Schon nach den ersten Seiten nimmt „Sylter Gift“ von Ben Kryst Tomasson einen so richtig mit – mitten rein in ein Inselkrimi-Abenteuer, das nicht nur Spannung liefert, sondern auch richtig viel Herz hat. Kari Blom, die clevere Undercover-Ermittlerin, kehrt auf Sylt zurück, wo sie nicht nur einen mysteriösen Todesfall aufklären muss, sondern sich auch ihren ganz eigenen Dämonen stellt. Dass dabei nicht nur knallharte Ermittlungen, sondern auch Beziehungs-Chaos auf der Tagesordnung stehen, macht die Story so lebendig und nahbar.
Die Figuren sind herrlich unverkrampft und authentisch – vor allem Kari, die mitten im beruflichen Wirrwarr auch noch mit den Avancen ihres neuen Chefs und der Liebe zu Jonas Voss klar kommen muss. Dialoge und Gedanken schreiben sich locker-flockig, ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Besonders cool finde ich die „Häkelmafia“ – eine wunderbar schräge Truppe, die dem Ganzen eine charmante, fast schon skurrile Würze gibt.
Natürlich kommt auch die Spannung nicht zu kurz, und auch wenn an manchen Stellen die Handlung ein kleines bisschen vorhersehbar wirkt, wird man dafür mit einer richtig sympathischen Atmosphäre belohnt, die einen das Buch kaum aus der Hand legen lässt. Ein kleines Manko ist vielleicht, dass der Mix aus Ermittlungen und Privatem stellenweise etwas überladen wirkt, doch genau das macht den Reiz aus: Echt und lebendig, mit all den Widersprüchen, die eine gute Geschichte braucht.
Wer also Lust auf einen Krimi hat, der mehr ist als nur ein Fall zum Lösen – sprich: eine perfekte Mischung aus Spannung, Gefühl und einer Prise skurrilem Humor – ist bei „Sylter Gift“ goldrichtig. Absolut empfehlenswert für alle, die gern mal abtauchen wollen, ohne sich im Dschungel der Klischees zu verlieren.
4,5 von 5 Sternen – ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall!