Wenn dir das hier gefiel …
G. F. Unger 2393
Key Facts
Kritik
Manchmal reicht ein einzelner Satz, um einen ganzen Wildwest-Roman zu durchdringen – und dieser Moment erledigt das bei „G. F. Unger 2393“ wunderbar. Die Geschichte um Jim Clayton fesselt sofort, weil hier kein weichgespülter Held am Werk ist, sondern ein Mann mit harten Ecken und Kanten, der sich mit allen Mitteln gegen ein ungerechtes Urteil wehrt.
Es geht um Verrat, brutale Machtspiele und die gnadenlosen Regeln des Wilden Westens, eingebettet in den Fall eines Viehdiebstahls, der weit mehr ist als nur ein Verbrechen. Jim Clayton, der so schnell nicht kleinzukriegen ist, steht im Mittelpunkt – ein Typ, der trotz der Härte seines Schicksals irgendwie menschlich bleibt. Ungers Schreibstil ist prägnant, schnörkellos und trifft genau den Ton, den man für einen Western erwartet: rau, direkt und voller Spannung, ohne viele Umwege. Man spürt förmlich das Knallen der Colts und die staubige Hitze der Prärie.
Was besonders punktet, sind die lebendigen Charaktere und die dichte Atmosphäre, die Unger hier schafft. Die Story packt einen und lässt sich nicht so leicht abschütteln – zumindest, wenn man sich auf klassische Western mit Ecken und Kanten einlässt. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass die Handlung an manchen Stellen etwas vorhersehbar bleibt und weniger überraschende Wendungen bietet, als man sich vielleicht wünschen würde. Aber das stört den Lesefluss kaum, denn Unger liefert genau das, was Fans des Genres suchen: Spannung, Atmosphäre und einen Antihelden, der sich nichts gefallen lässt.
Wer also Lust auf einen soliden Western mit ordentlich Schießerei, einem Hauch von Rachedrama und einem Protagonisten hat, der durchzieht, dem wird „G. F. Unger 2393“ sicher gefallen. Für alle, die es etwas tiefgründiger oder überraschender mögen, könnte das Buch eher zu klassisch wirken.
4 von 5 Sternen – ein fester Griff in die Stiefel des wilden Westens, der ordentlich Laune macht.
Klappentext
»Ihr Schurken!«, knirschte der Angeklagte und blickte mit seinen harten Augen auf den Richter, der das Urteil sprechen musste.
»Zehn Jahre«, sagte damals der Richter, »zehn Jahre wegen Viehdiebstahls, Landfriedensbruchs und versuchten Totschlags. Jim Clayton, ich bestrafe Sie mit zehn Jahren Zwangsarbeit, denn die Jury befand Sie für schuldig.«
Wieder war es ganz still. Denn es handelte sich nicht um irgendeinen kleinen Viehdieb und drittklassigen Revolverschwinger. Es handelte sich um Jim Clayton, um Wild Jim Clayton.
In die Grabesstille hörte man seine harte Stimme sagen: »Ich werde es überstehen, Leute! Vielleicht komme ich schon früher frei, denn ich glaube nicht, dass mich ein Gefängnis auf Dauer festhalten kann. Irgendwie komme ich eines Tages raus. Und dann bringe ich euch alle um, ihr Heuchler - Mann für Mann, wie ihr dort sitzt und die Befehle eines Mannes ausführt, in dessen Hand ihr alle seid. Das schwöre ich euch!«