Die Toten, die niemand vermisst
Key Facts
Kritik
Für alle, die es gern düster, spannend und mit einer Prise Drama mögen, ist „Die Toten, die niemand vermisst“ ein echter Volltreffer. Gleich zu Beginn zieht dich die Geschichte in eine raue, fast schon beklemmende Atmosphäre – in den einsamen Bergen Jämtlands, wo eine Wanderin knapp mit dem Leben davonkommt, während in der Erde etwas viel Gruseligeres zum Vorschein kommt: mehrere Leichen, kaltblütig erschossen, deren Identität zunächst völlig im Dunkeln bleibt.
Im Mittelpunkt steht Sebastian Bergman, ein Kriminalpsychologe, der genauso kaputt wie genial ist. Er ist kein klassischer Held zum Verlieben, eher so ein Typ, den man mit seinen dunklen Ecken und Kanten erstaunlich schnell ins Herz schließt – oder zumindest sehr aufmerksam beobachtet. Zusammen mit Kommissar Höglund und einem Team voller Probleme und Spannungen wird klar, dass hier nicht nur der Fall kompliziert ist, sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen brodeln.
Was mir besonders gefällt: Der Schreibstil der beiden Autoren ist absolut fesselnd, fast als säße man direkt am Ermittlungstisch. Dialoge sind scharf, Beschreibungen treffend, keine langen Abschweifungen, sondern punktgenau auf die Spannung fokussiert. Man fühlt mit den Figuren, ohne dass es je kitschig wird – das ist ein großer Pluspunkt.
Klar, manchmal hätte ich mir gewünscht, dass das Tempo ein kleines bisschen konstanter bleibt, denn manche Passagen zogen sich ein wenig, was dem ansonsten flotten Lesefluss kurzweilig die Zähne zieht. Aber das fällt wirklich nur am Rande ins Gewicht.
Kurz gesagt: Wer auf nordische Krimis steht, gern komplexe Charaktere mit Ecken und Kanten mag und sich von einem spannenden Plot durchrütteln lassen will, macht mit „Die Toten, die niemand vermisst“ nichts verkehrt. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen – unbedingt lesen!
Klappentext
In den Bergen von Jämtland stürzt eine Wanderin ab. Sie überlebt. Jemand anderes hatte dafür weniger Glück: Aus der Erde vor ihr ragen die Knochen einer Hand. Die Polizei vor Ort birgt sechs Leichen, darunter die zweier Kinder. Alle per Kopfschuss getötet.
Stockholm wird um Verstärkung gebeten, und Kommissar Höglund reist mit großem Tross in die Provinz. Doch die Ermittlungen stehen unter keinem guten Stern. Den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman plagen private Probleme, Spannungen belasten das ganze Team. Und auch der Fall entpuppt sich als kompliziert. Die Identität der Toten gibt Rätsel auf, niemand vermisst sie.
Als Höglund und Bergman endlich auf eine brauchbare Spur stoßen, schaltet sich der schwedische Geheimdienst ein ...
«Ein echter Pageturner.» (Söderhamns-Kuriren)
«Der beste schwedische Kriminalroman des Jahres.» (Örnsköldsviks Allehanda)