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Key Facts
Kritik
Schon beim ersten Kapitel fühlte ich dieses Ziehen im Brustkorb, dieses leichte Klopfen, das man nur bei Geschichten spürt, die einen nicht mehr loslassen wollen. Nicholas Sparks schreibt genau solche Bücher: emotional, nahbar und mit dem Händedruck eines Freundes, der einem sagt, dass alles weh tun darf, weil es echt ist.
Worum es geht, lässt sich knapp sagen, ohne zu spoilern: Ronnie, 17, wird gegen ihren Willen zum Sommer bei ihrem Vater Steve in einem kleinen Küstenstädtchen in North Carolina untergebracht. Ärger, Trotz und eine gehörige Portion Teenager-Rebellion sind vorprogrammiert — bis Will auftaucht und alles verändert. Es entspinnt sich eine erste große Liebe, die gleichzeitig Ronnie und ihre Beziehung zum Vater auf die Probe stellt. Parallel lauert eine Bedrohung aus Wills Vergangenheit, und ein Geheimnis droht, alles zu zerreißen.
Ronnie ist eine energiegeladene, widersprüchliche Protagonistin: stur, verletzlich, aber glaubwürdig. Steve als Vater ist kein Idealbild, sondern ein Mann mit Fehlern, dessen Entwicklung mir besonders ans Herz gewachsen ist. Will ist der klassische junge Liebhaber in Sparks-Manier — charmant, sensibel, mit einer verletzlichen Seite. Die Figuren sind nicht komplex im literaturwissenschaftlichen Sinne, dafür aber warm und leicht zu bewohnen. Man fühlt mit, man ärgert sich mit, und ab und zu bleibt einem das Herz stehen (ja, ich musste öfter schlucken).
Sparks’ Stil ist wieder einmal das, was Fans lieben: klar, filmisch und auf die Emotionen fokussiert. Die Beschreibungen des Küstenmilieus, die sommerliche Atmosphäre und die langsame Annäherung zwischen Ronnie und Will sind so geschrieben, dass man die See zu riechen glaubt. Das Tempo wechselt: Momente der Leichtigkeit neben richtig schweren, traurigen Passagen — das funktioniert, weil Sparks die Balance zwischen Kitsch und echter Gefühlsarbeit meist hält.
Kritikpunkte? Ja, ein paar. Manche Wendungen sind vorhersehbar, und an manchen Stellen plätschert die Handlung etwas vor sich hin — Leser:innen, die eher auf hochkomplexe Plots stehen, könnten sich das ein oder andere Mal langweilen. Auch ist die Zielgruppe ziemlich klar: Wer romantische, emotional aufgeladene Geschichten mag (oft weibliche Leserinnen), wird hier glücklich; wer trockene, nüchterne Romane bevorzugt, weniger. Und ja, gelegentlich wird’s ein bisschen zu rührselig — aber das ist gewollt.
Für wen ist das Buch also etwas? Für alle, die bereit sind, mit den Figuren zu fühlen, die eine Mischung aus Sommerromanze und ernstem Drama mögen und denen ein gutes Taschentuch während des Lesens nichts ausmacht. Wer Sparks bereits kennt und liebt, wird auch hier zufrieden sein; Neulinge bekommen einen leicht zugänglichen Einstieg in seine Gefühlswelt.
Kurz und knapp: Ein warmherziger, manchmal schmerzlicher Roman über Liebe, Vergebung und das Erwachsenwerden — mit
Klappentext
Steve hat sich scheiden lassen und führt in einem Küstenstädtchen in North Carolina ein ruhiges Leben. Seine Tochter Ronnie hat ihm die Trennung von der Familie nie verziehen, und es passt ihr überhaupt nicht, dass sie die ganzen Ferien bei ihm verbringen soll. Dann lernt die 17-Jährige dort Will kennen und verliebt sich unsterblich in ihn – aber die Liebe steht unter keinem guten Stern. Ausgerechnet bei ihrem Vater findet Ronnie schließlich Trost, doch bevor es zur Versöhnung kommt, geschieht etwas Schreckliches.
Ronnie ist entsetzt: Sie soll die gesamten Sommerferien bei ihrem Vater verbringen, der drei Jahre zuvor der Familie den Rücken gekehrt hat. Und das auch noch im langweiligen North Carolina. Ronnie ist wild entschlossen, ihrem Vater das Leben zur Hölle zu machen. Das gelingt ihr zunächst auch ganz gut. Bis der junge Will in ihr Leben tritt, der alles verändert: Zum ersten Mal in ihrem Leben verliebt Ronnie sich wirklich und wahrhaftig. Die beiden verleben eine wunderbare Zeit des ungetrübten Glücks. Gleichzeitig nähert Ronnie sich auch wieder ihrem Vater an. Doch schon bald tritt ein Neider auf den Plan: ein gewalttätiger junger Mann, der von einem dunklen Fleck in Wills Vergangenheit weiß und die beiden offen bedroht. Der Konflikt droht zu eskalieren, Ronnies Beziehung zu Will ist einer extremen Belastung ausgesetzt. In dieser schwierigen Phase wird ihr Vater zu ihrer wichtigsten Stütze. Dann aber offenbart er ihr ein schreckliches Geheimnis, das ihr gänzlich den Boden unter den Füßen wegzureißen droht.