Kalte Schuld
Key Facts
Kritik
Manchmal reicht ein Satz, um sofort in einen Thriller hineingesogen zu werden – und „Kalte Schuld“ von Leo Born hat genau diesen Effekt. Der Fund einer Frauenleiche in einer Stahltonne auf einem verlassenen Fabrikgelände in Frankfurt ist der Auftakt zu einem mörderisch spannenden Krimi, der sofort die Nackenhaare sträuben lässt.
Die Handlung dreht sich um Hauptkommissar Klimmt und die scharfsinnige Mara Billinsky. Während Klimmt eher von einem Serientäter ausgeht, bleibt Mara davon überzeugt, dass die grausame Tat ein Einzelschicksal ist – und genau diese Gegensätze bringen ordentlich Würze ins Ermittler-Duo. Mara ist kein Standard-Charakter, sondern eine Ermittlerin mit Ecken und Kanten, die ihrem Instinkt folgt und nicht vor schwierigen Entscheidungen zurückschreckt.
Was mir besonders gefallen hat, ist Borns knackiger Schreibstil: Er erzählt die Geschichte ohne Umwege, direkt und mit einem Tempo, das kaum Luft zum Durchatmen lässt. Manchmal kam ich mir vor, als würde ich eine Verfolgungsjagd im Kopf mitmachen, so mitreißend und gedrängt war der Plot. Die düstere Atmosphäre Frankfurts als Kulisse passt perfekt zum rauen Ton des Thrillers, und auch wenn mir hier und da ein bisschen mehr Tiefgang bei den Nebenfiguren gefehlt hat, lässt das den Spannungsbogen kaum ins Wackeln geraten.
Ein kleiner Kritikpunkt: Der Fokus auf die Hauptgeschichte ist so strikt, dass man als Leser:in manchmal das Gefühl hat, noch mehr Hintergründe von Mara oder Klimmt erleben zu wollen. Gerade bei komplexen Figuren würde ich gerne noch tiefer eintauchen. Aber das ist wirklich meckern auf hohem Niveau.
Wenn du Lust auf einen psychologisch clever gestrickten Thriller hast, der dich in weniger Tagen verschlingt als ein Netflix-Marathon – dann ist „Kalte Schuld“ genau dein Ding. Spannung, ein fesselndes Ermittler-Duo und ein skrupelloser Fall machen das Buch zu einer sehr runden Sache.
Vier von fünf Sternen – weil ich definitiv nächstes Buch von Leo Born lesen werde.
Klappentext
Auf einem alten Fabrikgelände in Frankfurt werden in einer Stahltonne Teile einer Frauenleiche entdeckt. Alles deutet daraufhin, dass hier ein Mörder seine Trophäen "haltbar" gemacht hat, um sich auch Jahre nach der Tat an ihnen zu ergötzen. Hauptkommissar Klimmt befürchtet, es mit einem Serientäter zu tun zu haben. Mara Billinsky hingegen ist überzeugt, dass es sich hier um eine Einzeltat handelt. Doch wer hat recht? Maras Ermittlungen führen sie schließlich zu einem geheimen Liebhaber der Toten, aber die Kommissarin ist sich sicher, dass sie den wahren Täter noch nicht gefunden hat ...
"... jeder Thrillerfan sollte dieses Buch lesen" (Dakotamoon, Lesejury über "Blinde Rache")
"Wow. Einfach nur wow." (_Moni_loves_, Lesejury über "Blinde Rache")
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