Wenn dir das hier gefiel …
Aprikosenkind
Key Facts
Kritik
Manchmal gibt es Bücher, die einen sofort in ihren Bann ziehen, und „Aprikosenkind“ von Judith Merchant gehört definitiv dazu. Wer denkt, er bekommt hier nur eine Familiengeschichte, wird schnell von einer unheimlichen Spannung überrascht, die sich langsam aber sicher in jede Seite schleicht.
Im Mittelpunkt steht Nathalie, deren Welt sich endlich so anfühlt, wie sie es sich immer gewünscht hat: ein ruhiges Leben auf dem Land mit ihrem Mann und ihrer Tochter Ruby. Doch Ruby ist alles andere als ein durchschnittliches Mädchen – still, zurückgezogen und irgendwie anders. Als Ruby ein verstörendes Bild malt, kippt die scheinbare Idylle und Nathalie muss sich plötzlich mit dunklen Wahrheiten auseinandersetzen, die mehr als nur ihren Alltag bedrohen. Die Figuren wirken dabei so nahbar und echt, dass man Nathalies Sorgen förmlich spüren kann und Rubys seltsame Art mehr verstehen will, als man vielleicht sollte.
Judith Merchant hat diesen Roman mit einem sehr einfühlsamen und gleichzeitig spannungsgeladenen Stil geschrieben. Das Tempo ist genau richtig – nicht zu hektisch, sodass man nicht den Überblick verliert, aber auch nie zu träge, sodass Langeweile aufkommt. Besonders die Atmosphäre auf dem Land, die sich langsam von heimelig zu unheimlich verwandelt, hat mir richtig gut gefallen. Ein kleines bisschen mehr Tiefgang bei einigen Nebencharakteren hätte es für meinen Geschmack sein dürfen, aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau.
Wenn du auf Geschichten stehst, die mit leisen Zwischentönen unter die Haut gehen und dich mit jeder Seite ein bisschen mehr in den Bann ziehen, ist „Aprikosenkind“ ein absolutes Muss. Wer Horror erwartet, liegt hier falsch, aber wer psychologische Spannung mag und sich nicht scheut, auch mal die eigenen Ängste zu hinterfragen, wird dieses Buch lieben.
Mein Fazit: ein intensives Leseerlebnis, das lange nachhallt – genau richtig für alle, die sich gern in etwas Dunkles, aber Nahbares fallen lassen möchten.
4 von 5 Sternen.
Klappentext
Und sie malt deinen Tod.
Nathalie hat endlich, wonach sie sich immer gesehnt hat: Sie lebt in einem Haus auf dem Land, mit ihrem Mann und dem Wunschkind, auf das sie so lange warten musste. Doch etwas stimmt nicht mit ihrer Tochter Ruby. Nathalie kommt einer Wahrheit auf die Spur, für die sie nicht bereit ist …
Die sechsjährige Ruby ist ein besonderes Mädchen: in sich gekehrt, still, langsamer als andere Kinder. Nathalie widmet Ruby ihre ganze Aufmerksamkeit und hat viel für sie aufgegeben. In ihrem neuen Zuhause auf dem Land soll Ruby endlich aufblühen. Doch dort geschehen seltsame Dinge. Fenster und Türen stehen plötzlich offen, die anderen Eltern fangen an, sich komisch zu benehmen. Ihr Mann Gabriel versucht unerschütterlich, Nathalie zu beruhigen, doch sie fühlt sich in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr sicher. Eines Tages malt Ruby ein Bild, das alles verändert. Und Nathalie muss sich fragen, welchen Preis sie für ihr Glück zu zahlen bereit ist.
»Man beginnt mit dem Lesen und will nicht mehr zurück, sondern einfach wissen, wie es ausgeht.« Christine Westermann über »SCHWEIG!«