Wenn dir das hier gefiel …
Gabriel Blakemore
Key Facts
Kritik
Manchmal kippt ein Buch einen mitten hinein in eine Welt voller Magie und Schmerz, in der Hoffnung und Verzweiflung aufeinandertreffen – genau so war mein erster Eindruck von „Gabriel Blakemore“ von Genevieve Jack. Die Geschichte um einen verfluchten Drachenwandler und eine Frau im Endstadium ihrer Krebserkrankung klingt auf den ersten Blick fast zu dunkel, um sich darauf einzulassen, doch gerade diese kühle Härte macht das Buch so faszinierend.
New Orleans als Schauplatz nimmt hier eine fast eigene Rolle ein: Die Stadt brodelt vor Geheimnissen und Voodoo, während Gabriel ums Überleben kämpft – nicht nur gegen andere übernatürliche Mächte, sondern auch gegen sich selbst. Raven, die an einem Punkt angelangt ist, an dem sie mit ihrem Schicksal hadert, bringt eine ganz menschliche Verletzlichkeit ins Spiel, die sich wunderbar mit Gabriels finsterer Aura verbindet. Die magische Verbindung zwischen den beiden ist heikel, voller Spannung, und man spürt bei jedem Kapitel, wie sehr diese Zweisamkeit auf Messers Schneide steht.
Genevieve Jacks Schreibstil trifft genau den Ton, der das ungewöhnliche Setting glaubhaft macht: Direkt, manchmal rau, aber nie überladen. Die Dialoge sind lebendig, die Figuren haben Tiefe und Ecken und Kanten – vor allem Gabriel mit seiner besitzergreifenden Art ist so kein typischer Held, sondern jemand, mit dem man mitfiebert, auch wenn man ihn gelegentlich die Stirn runzeln lässt. Raven dagegen bringt mit ihrer Lebensfreude trotz allem die nötige Balance. Ab und zu hätte ich mir an manchen Stellen mehr Tempo gewünscht, denn besonders in der Mitte streckt sich die Handlung etwas, aber das passiert selten und trübt den Lesegenuss kaum.
Wenn du auf düstere Fantasy stehst, in der Liebe und Überleben dicht beieinanderliegen und keine typische Wohlfühlromanze suchst, dann ist „Gabriel Blakemore“ definitiv einen Blick wert. Es ist ein Buch, das unter die Haut geht, ohne zu überfordern, und das noch lange nach dem Zuklappen nachhallt.
4,5 von 5 Sternen – für alle, die es gern ein bisschen düster, magisch und tiefgründig mögen.
Klappentext
New Orleans: Stadt der Intrige, übernatürlicher Geheimnisse und eines mysteriösen Drachen.
Ein tödlicher Fluch …
Seit einem Staatsstreich in seinem Königreich Paragon hat Gabriel Blakemore dreihundert Jahre in New Orleans überlebt. Nun droht der Voodoo-Fluch einer eifersüchtigen Verehrerin seine unsterbliche Existenz zu beenden. Seine einzige Hoffnung ist ein Gegenmittel, zusammen mit einer Menschenfrau.
Ein lebensrettendes Geschenk …
Nach fünf Jahren erfolgloser Behandlungen gegen ihren Gehirntumor heißt Raven Tanglewood den Tod willkommen. Ihre Krankheit hat sich zu einem Gefängnis entwickelt, das ihre lebensfrohe Natur nicht mehr akzeptieren kann. Doch schließlich offenbart sich ihr die Erlösung: Mit Drachenmagie rettet der attraktive Gabriel sie vor dem sicheren Ende.
Eine grauenhafte Schuld …
Für Raven stellt die Verbindung, die aus Gabriels Geschenk resultiert, nur eine andere Form der Gefangenschaft dar. Kann Gabriel Ravens Liebe und Vertrauen rechtzeitig für sich gewinnen, um die lebensrettende Magie in ihr zu aktivieren? Oder wird seine feurige Persönlichkeit und seine besitzergreifende Art sie verjagen und somit sein Schicksal besiegeln?