Wenn dir das hier gefiel …
Opfer, die wir bringen
Key Facts
Kritik
Kaum hatte ich die ersten Seiten von „Opfer, die wir bringen“ aufgeschlagen, war ich mitten drin in einer düsteren, geheimnisvollen Welt, die mir eine ordentliche Gänsehaut beschert hat. Dieses Buch zieht dich direkt in den Bann: drei ermordete Mädchen, eine abgeschiedene Kommune voller Verschlossenheit und ein Ermittlerduo, das unterschiedlicher nicht sein könnte – besser kann’s kaum starten.
Die Geschichte führt uns ins ländliche Schonen, wo Svea Karhuu und Jon Nordh nicht nur mit einem rätselhaften Fall konfrontiert werden, sondern auch mit den Wänden aus Misstrauen und Schweigen. Mir gefiel besonders, wie das Zusammenspiel der Ermittler funktioniert: Svea bringt mit ihrer jugendlichen Energie und ihrer Spurensuche bis nach Nordschweden eine frische Note ins Spiel, während Jon mit seiner Erfahrung auf dem Boden der Tatsachen bleibt. Die Autoren schaffen es, diese beiden Charaktere so authentisch und nahbar zu zeichnen, dass man fast mit ihnen mitfiebert. Der sorgsam aufgebaute Spannungsbogen lässt einen kaum Luft holen, und der Schreibstil ist trotz der düsteren Thematik angenehm flüssig und nie trocken.
Was mir besonders im Kopf geblieben ist, sind die kleinen kulturellen Einsprengsel rund um die samische Schamanenwelt – das gibt dem Krimi eine erfrischende Tiefe, die man nicht alle Tage liest. Allerdings hätte ich mir stellenweise eine etwas knackigere Verdichtung gewünscht; die ein oder andere Beschreibung zog sich ein wenig und hat den Lesefluss etwas gebremst. Trotzdem hat mich das nicht groß gestört, weil die Story so viel zu bieten hat.
Wer auf spannende, atmosphärisch dichte Krimis mit starken Figuren steht, die auch mal abseits ausgetretener Pfade ermitteln, wird hier definitiv fündig. Wer jedoch auf schnelle Action und kurze Kapitel setzt, könnte zwischendurch etwas ungeduldig werden.
Kurz gesagt: „Opfer, die wir bringen“ ist ein mitreißender, atmosphärisch dichter Krimi, der vor allem durch seine Charaktere und die ungewöhnliche Kulisse besticht. Für Fans von tiefgründigen Ermittlungsgeschichten eine klare Leseempfehlung.
★★★★☆
Klappentext
Die junge Kriminalpolizistin Svea Karhuu und der erfahrene Kommissar Jon Nordh werden ins ländliche Schonen gerufen, wo innerhalb einer Aussteigergemeinschaft drei Mädchen im Teenageralter erschossen aufgefunden wurden. Am Tatort findet sich eine obskure Botschaft, die mit dem Blut eines Opfers an die Wand geschrieben wurde. Bald wird den beiden ungleichen Ermittlern klar, dass die esoterisch geprägte Kommune sektenhafte Züge trägt und die Aufklärung der Morde keinesfalls bedingungslos unterstützt. Während Svea Karhuu einer Spur nach Nordschweden folgt, die sie in einer abgelegenen Berglandschaft bis zu einem samischen Schamanen führt, rennt Jon Nordh vor Ort gegen eine Mauer aus Lügen, Halbwahrheiten und Schweigen an.