Wenn dir das hier gefiel …
Mach mal das große Leselicht an
Key Facts
Kritik
Ganz ehrlich: Schon beim Aufschlagen von Mach mal das große Leselicht an habe ich mich sofort wie in einer gemütlichen Runde mit Torsten Sträter gefühlt – dieser trockene Humor, diese sanfte Selbstironie, die man so schnell nicht findet. Sträter serviert hier keine klassischen Geschichten, sondern kleine Alltagsfilme, die von Butter, Kartoffeln oder anderen scheinbar banalen Dingen handeln. Klingt erstmal nebensächlich, aber gerade diese vermeintliche Banalität wird zur Bühne für seine genial schrägen Gedanken und tiefgründigen Beobachtungen.
Im Mittelpunkt steht in gewisser Weise – oder besser gesagt: in unzähligen Variationen – das Leben an sich, verpackt in unerwartete Perspektiven und die ganz eigene Sträter’sche Wortakrobatik. Seine Figuren sind nicht die Held:innen mit Superkräften, sondern Menschen, in die man sich sofort reinversetzen kann, mit all ihren Macken und kleinen Alltagskatastrophen. Der Schreibstil? Locker-flockig, herrlich uneitel und mit einer Prise melancholischem Charme, der die Geschichten nachwirken lässt. Dazwischen fühlt man sich oft wie bei einem guten Kumpel, der nebenbei die Welt erklärt – nur dass dieser Kumpel ein verdammt guter Beobachter ist.
Ein kleiner Kritikpunkt: Man muss wirklich für Sträters Art von Humor empfänglich sein. Wer knackig-nüchterne Erzählungen sucht, wird hier kaum fündig – denn manches zieht sich etwas in die Länge und begleitet dich fast wie ein geduldiger Hund, der nicht aufhört, an deinen Geschichten zu schnüffeln. Aber genau das macht den Reiz aus, wenn man drauf einlässt.
Für alle, die auf kluge, humorvolle Miniaturgeschichten gepaart mit einer echten Portion Tiefgang stehen, ist dieses Buch ein echtes Geschenk. Es unterhält, macht nachdenklich und punktet mit viel Herzlichkeit, selbst wenn Zwischentöne aufblitzen. Mein Fazit: Ein wunderbar eigenwilliger literarischer Spaziergang, der auch kleine Themen groß rausbringt.
4 von 5 Sternen – unbedingt einschalten und das Leselicht anmachen!
Klappentext
Na? Ich hab ein neues Buch. Es enthält Storys guter Güte, und ich bin nur minimal befangen.
Beispiel: eine nicht enden wollende Geschichte über Butter. Das Denkmal, das hier der Butter – letztlich wenig anderes als eine rutschhemmende Zwischenschicht für Belag und Getreide-Untenrum – errichtet wird, sucht seinesgleichen.
Oder was über Kartoffeln. Das Phantom von Østerbotten. Flamingen. You name it.
Um es kurz zu machen: Es sind die wirklich nur allerbesten Geschichten der letzten paar Jahre, alle zutiefst wahr und nur minimal übertrieben. Material, auf das ich grenzenlos stolz wäre, wenn ich mein Ego nicht so fantastisch im Griff hätte.
❤️
Euer
Torsten Sträter