Küstenmord: Das letzte Lied
Key Facts
Kritik
Schon nach den ersten Seiten hat mich „Küstenmord: Das letzte Lied“ mitten ins Herz der schroff-schönen norddeutschen Küstenlandschaft gezogen – und genau dahin, wo es normalerweise ganz ruhig und idyllisch zugehen sollte, da passiert plötzlich ein Mord. Die Grundidee ist schnell erzählt: In einer Seniorenresidenz bei Schleswig stirbt ein 94-jähriger Opernsänger unter mysteriösen Umständen. Schnell verdichten sich die Hinweise auf ein Verbrechen. Doch wer will einem alten Meister plötzlich das letzte Lied verbieten? Ein Kampf um Erbe? Oder steckt da mehr dahinter?
Die Ermittlungen werden von Kommissarin Katja Greve und ihrem neuen Partner Daniel Kowalski geführt, die zusammen ein charmantes, ungleiches Team abgeben. Katja ist impulsiv, direkt und mit einer ordentlichen Portion Herzblut dabei – da spürt man richtig, wie sie erst warm läuft mit Daniel, der eher ruhig, methodisch und manchmal fast schon zu korrekt wirkt, aber eben auch Humor und seinen ganz eigenen Rosenkranz am Rückspiegel hat. Die Figuren sind mir dadurch erstaunlich nahgekommen – keine perfekten Helden, sondern Menschen mit Ecken und Kanten, die die rauen Küsten ebenso widerspiegeln wie ihre inneren Konflikte.
Eva Jensens Schreibstil ist angenehm unaufgeregt, dabei aber so präzise und lebendig, dass man fast das salzige Meeresrauschen hört – kein Gedöns, sondern gut dosierte Spannung und sympathische, authentische Dialoge. Besonders gefallen hat mir, wie fein die dunklen Abgründe und menschlichen Tragödien zwischen den Zeilen mitschwingen, ohne die Handlung zu überfrachten. Klingt kitschig? Keine Sorge, hier wird das Drama nicht übertrieben – eher pointiert und mit einem gekonnten Blick fürs Wesentliche erzählt.
Ein kleiner Wermutstropfen für alle, die’s eilig haben: Die Spannung hätte für meinen Geschmack ein, zwei Mal noch einen Ticken zulegen können. Teilweise zieht sich das Tempo an einigen Stellen etwas, was die Atmosphäre aber auch einmal durchatmen lässt. Ganz ohne Vorhersehbarkeit geht’s leider auch nicht, hier hätte ich mir ein paar mehr unerwartete Wendungen gewünscht – trotzdem bleibt das Gesamtbild stimmig und unterhaltsam.
Wer Lust auf einen klar strukturierten Küstenkrimi hat, der mit warmherzigen Figuren, norddeutschem Flair und einem Hauch Melancholie punktet, kann hier getrost zugreifen. „Küstenmord: Das letzte Lied“ macht Lust auf mehr – und vermutlich bleibt man gespannt auf das nächste Kapitel der Reihe. Für mich eine klare Empfehlung mit 4,5 von 5 Sternen.
Klappentext
Je länger Kommissarin Katja Greve und ihr neuer Kollege Daniel Kowalski ermitteln, umso zahlreicher werden die Motive. Schon bald offenbaren sich den beiden mehr menschliche Abgründe und Tragödien, als ihnen lieb ist ...
Sehr norddeutsch und hochspannend - die neue Küstenkrimi-Reihe von Eva Jensen!
Die Kommissare Katja Greve und Daniel Kowalski ermitteln an der Schlei: Daniel ist Katjas neuer Partner bei der Kripo Schleswig - korrekt, ruhig und methodisch, nicht ohne Humor, dafür aber mit Rosenkranz am Rückspiegel. Katja hingegen ist impulsiv, unkonventionell, energiegeladen - und hätte am liebsten ihren alten Partner behalten. Doch klar ist: Ihre Fälle können sie nur lösen, wenn sie zusammenarbeiten. Denn auch an der idyllischen Ostküste Schleswig-Holsteins wirft das Verbrechen dunkle Schatten ...
Küstenmord - alle Titel in der richtigen Reihenfolge:
1. Das letzte Lied
2. Kein Wort zu viel
Band 3 in Vorbereitung
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