Wenn dir das hier gefiel …
G. F. Unger Sonder-Edition 353
Key Facts
Kritik
Schon beim Aufschlagen von „G. F. Unger Sonder-Edition 353“ spürt man die staubige Hitze des Wilden Westens in jeder Zeile. Sean Latimer taucht als ein Charakter auf, der nicht nur mit seiner Lebensweisheit, sondern auch mit ganz viel rauer Authentizität überzeugt. Kaum angekommen an einer scheinbar unscheinbaren Poststation, die mehr Tod als Leben ausstrahlt, merkt man sofort: Hier geht es um mehr als nur knorrige Pferde und einsame Prärie.
Die Handlung bringt genau die richtige Portion Spannung und Ruhe mit sich, um das Leben am Rande der Zivilisation lebendig werden zu lassen. Latimers innerer Kampf mit den unerbittlichen Bedingungen, die Apachenwüste und die knappe Versorgung mit Wasser sind greifbar, fast spürbar. Der Schreibstil von G. F. Unger ist gewohnt klar und schnörkellos, aber mit genug Herzblut, um dem Western das nötige Flair zu verleihen. Besonders gefallen haben mir die kurzen, präzisen Beschreibungen, die noch genug Raum für die eigene Vorstellungskraft lassen – ein echter Pluspunkt für alle, die gerne in eine andere Welt eintauchen, ohne von zu vielen Details erschlagen zu werden.
Klar, ein bisschen mehr Tiefe bei den Nebenfiguren hätte dem Abenteuer noch gutgetan, und manchmal zieht sich die Handlung stellenweise etwas – aber bei einer echten Western-Story darf man auch ruhig mal durchatmen und die Stimmung wirken lassen.
Wer Lust auf einen soliden, atmosphärischen Western hat, der ohne viel Firlefanz auskommt, aber dafür mit bodenständiger Charakterzeichnung und spannungsgeladenen Momenten punktet, ist hier genau richtig. Für Einsteiger und Fans des Genres gleichermaßen empfehlenswert – der wilde Westen hat hier seinen ganz eigenen, unverfälschten Zauber.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.