Pretty Girls
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nicht einmal den ersten Satz, um einen Thriller richtig zu spüren – „Pretty Girls“ zieht dich einfach mitten ins Chaos einer Familie, die seit Jahrzehnten von einem dunklen Verlust zerrissen ist. Es ist dieser Moment des Auftauchens ungelöster Vergangenheit, der sofort unter die Haut geht.
Im Zentrum steht Claire, die nach dem mysteriösen Tod ihres Mannes nicht nur ein verstörendes Video findet, sondern auch wieder mit den Schatten ihrer eigenen Geschichte konfrontiert wird: das Verschwinden ihrer Schwester Julia vor mehr als 20 Jahren. Diese Mischung aus altem Schmerz und neuen, brutalen Verbrechen in Georgia treibt eine spannende Suche nach Wahrheit an, die alles andere als einfach ist. Klar, harte Thriller gibt es viele, aber hier gelingt Slaughter gemeinsam mit Kinzel das seltene Kunststück, Spannung mit tiefem Einfühlungsvermögen zu verbinden. Die Figuren wirken echt, verletzlich – komplett ohne Heldenpose. Man fühlt quasi mit jeder Zeile das Zerbrechen und Wiederzusammenwachsen zweier Schwestern, deren Leben von Traumata geprägt sind.
Der Schreibstil ist packend und präzise, ohne sich in Ausschweifungen zu verlieren. Besonders gefallen hat mir, wie die Gewalt nie Selbstzweck ist, sondern im Dienst der Geschichte steht – brutal, ja, aber nicht voyeuristisch. Trotzdem sollte man definitiv eine gute Nervenstärke mitbringen, denn „Pretty Girls“ legt schonungslos offen, wie tief Wunden sein können. Einziger kleiner Wermutstropfen: Manche Wendungen fühlen sich an manchen Stellen ein bisschen bemüht an und könnten straffer erzählt sein.
Alles in allem ist „Pretty Girls“ genau die richtige Wahl für alle, die es beim Thriller gerne intensiv, psychologisch vielschichtig und mit echten Emotionen mögen. Kein Feelgood, aber ein spannendes Erlebnis, das nachhallt – mit einer ganz eigenen Mischung aus Härte und Menschlichkeit.
4,5 von 5 Sternen. Wer sich traut, wird mit einem Thriller belohnt, der lange im Kopf bleibt.
Klappentext
Vierundzwanzig Jahre später erschüttert eine brutale Mordserie den amerikanischen Bundesstaat Georgia. Und die frisch verwitwete Claire ist vollkommen verstört, als sie im Nachlass ihres verstorbenen Mannes brutales Filmmaterial findet, in dem Menschen ganz offensichtlich vor der Kamera auf grausame Weise ermordet werden. Eines der Opfer glaubt sie zu erkennen. Doch was hatte ihr verstorbener Mann damit zu tun? Wer war der Mensch wirklich, den sie über zwanzig Jahre zu kennen glaubte? Claire begibt sich auf eine lebensgefährliche Spurensuche, die sie immer dichter an eine unfassbare Wahrheit führt. Und an den eigenen Abgrund ...
"Das klingt spekulativer, als es dann ist: Bei der Darstellung von Gewalt
bleibt Slaughter vergleichsweise dezent, die größte Stärke des Romans
liegt in der Empathie, mit der sie von der sukzessiven Wiederannäherung
zweier Frauen erzählt, die aufgrund eines traumatischen Erlebnisses in
ihrer Jugend - die dritte Schwester verschwand spurlos - sich selbst und
einander jahrzehntelang entfremdet waren."
(Marcus Müntefering, SPIEGEL ONLINE)
"Ihre Thriller gehören zum Härtesten, was man zwischen zwei Buchdeckeln finden kann. […] Großartige bis verstörende Spannungsliteratur"
(Stephan Bartels, BRIGITTE)
"Typisch sind auch ihre psychologischen Studien sowie nervenaufreibende Szenen, denen es weder an Brutalität noch an detaillierter Gewaltdarstellung fehlt. […] "Pretty Girls" ist nicht einfach blutiger Thrill, sondern Abbild einer Seite des Lebens, die Slaughter - im Gegensatz zu anderen Krimi-Autor(inn)en - heranzoomt und sie in ihrer Schrecklichkeit darstellt. Wer Slaughter liebt - und das sind Millionen Leser weltweit - wird sich davon nicht abschrecken lassen und zu ihren Thrillern greifen.
‘Pretty Girls‘ gibt eine nervenaufreibende Geschichte aus der Opfer-Perspektive wieder."
(DPA, Frauke Kaberka)
"In ihrem jetzt erschienenen Werk ‘Pretty Girls‘ steht kein Ermittler im Zentrum, brutal - und sehr spannend - wird es aber auch hier."
(Gala Online)
"Definitiv eine der besten Thriller-Autorinnen unserer Zeit." Gillian Flynn
"Karin Slaugher bietet weit mehr als unterhaltenden Thrill." SPIEGELonline über "Pretty Girls
"Karin Slaughters Helden sind weder strahlend noch fehlerfrei, und deswegen überzeugend." Frauke Kaberka, dpa
"Stoff für schlaflose Nächte!" buchjournal