Wenn dir das hier gefiel …
G. F. Unger 2384
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nicht mehr als ein paar Zeilen, um in den wilden Staub des alten Westens gezogen zu werden – und „G. F. Unger 2384“ schafft genau das. Der Roman nimmt uns mit in die chaotische Silberrausch-Ära von Tombstone, einer Stadt, die vor Legenden nur so strotzt. Im Mittelpunkt steht Jesse Logan Flint, ein Mann mit einer düsteren Vergangenheit und dem festen Vorsatz, dem Revolver-Dasein den Rücken zu kehren. Doch natürlich sind im alten Westen Pläne oft schneller gescheitert, als man „Pistole gezogen“ sagen kann.
Die Figuren sind wunderbar rau und authentisch gezeichnet, ohne in Klischees zu versinken. Jesse ist kein Superheld, sondern ein Mensch mit Fehlern, Narben – und einer klar spürbaren Sehnsucht nach Frieden. Ungers Schreibstil ist so schnörkellos wie effektiv: knackig, passend rau und dabei doch so flüssig, dass man kaum merkt, wie schnell die Seiten dahin fliegen. Besonders toll fand ich die lebendige Atmosphäre, die direkt durch die Zeilen knistert, als stünde man mitten in der staubigen Straßenkulisse von Tombstone.
Klar, manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefgang in Nebenfiguren oder ein paar überraschendere Wendungen gewünscht – der klassische Western-Plot ist halt nicht jedermanns Sache, wenn man es moderner mag. Aber genau darin liegt ja auch der Charme für Fans des Genres: Klar, bodenständig, mit Herz für die rauhen Helden einer längst vergangenen Zeit.
Wer auf spannende Western mit einem Hauch von Legenden und großer Charakterarbeit steht, für den ist „G. F. Unger 2384“ genau der richtige Ritt. Ein Buch, das den Staub des Wilden Westens zum Leben erweckt – und das man nicht so schnell aus der Hand legen möchte.
4 von 5 Sternen – ein starker Western, der mit seiner ehrlichen, direkten Art punktet und vor allem Freunde des Genres begeistert.
Klappentext
Als ich damals in den noch reichlich vorhandenen Überlieferungen und Berichten forschte, um mir ein möglichst objektives Bild zu machen, stieß ich auf die Geschichte eines Mannes namens Jesse Logan Flint.
Aber zuerst nannte er sich in Tombstone nur Jesse Logan. Denn als Jesse L. Flint hatte er sich in Texas und Kansas einen ziemlich bitteren Ruhm erworben.
Tombstone war damals schon eine wilde Silberstadt, und man hätte dort jenen Jesse Logan sehr gern als Marshal gehabt. Aber er wollte kein Revolvermarshal mehr sein. Denn er war nur mit seiner Frau auf der Durchreise nach Kalifornien ...