Wenn dir das hier gefiel …
Unser Tag ist heute
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nur einen einzigen Tag – oder besser gesagt eine unerwartete Wohngemeinschaft –, um das Leben komplett auf den Kopf zu stellen. „Unser Tag ist heute“ von Virginie Grimaldi ist genau so ein Buch: charmant, warmherzig und voller kleiner Wunder des Alltags, die man gern im Kopf behält.
Im Zentrum stehen Jeanne, Iris und Théo – drei Menschen aus unterschiedlichen Generationen und Lebenswelten, die das Schicksal zusammenführt. Jeanne, frisch verwitwet und allein, bietet Asyl in ihrer Wohnung; Iris, schwanger und auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit; und Théo, jung, verletzlich und auf der Suche nach Halt. Was hier klingt wie eine klassische WG-Geschichte entwickelt sich zu einer echten Herzensangelegenheit, bei der Freundschaft und menschliche Nähe plötzlich alles bedeuten. Man fühlt mit jeder Seite das Knistern und die kleinen Siege, die diese Charaktere erkämpfen.
Virginie Grimaldis Schreibstil ist dabei eine echte Wohltat – locker, humorvoll und dabei nie zu kitschig oder übertrieben sentimental. Die Autorin weiß genau, wie sie Emotionen balanciert, sodass man Schmunzeln, Mitfiebern und auch mal einen Kloß im Hals hat. Ihre Figuren haben Tiefe, ohne sich je schwer anzufühlen, und die Dialoge sprühen vor Natürlichkeit. Hut ab, das macht wirklich Lust aufs Lesen – und aufs Leben.
Kritisch betrachtet, schleicht sich hier und da eine kleine Vorhersehbarkeit ein, das Happy-End möchte man fast erahnen (wo ist das auch bei so einem Feelgood-Roman schon anders?). Ein bisschen mehr Überraschung wäre nett gewesen, aber das schmälert den Lesegenuss kaum.
Kurz gesagt: Wer Lust auf eine sowohl warmherzige als auch humorvolle Geschichte sucht, die zeigt, wie verschieden Menschen zu einer Familie werden können, liegt mit „Unser Tag ist heute“ goldrichtig. Ein Roman zum Wohlfühlen, der Hoffnung schenkt und mit einem Lächeln zurücklässt. 4.5 von 5 Sternen – mehr als empfehlenswert.
Klappentext
Jeanne, 74, hat kürzlich ihren Mann verloren und findet sich in einer einsamen und finanziell prekären Situation wieder. Iris, 33 und schwanger, ist einer toxischen Beziehung entflohen, versteckt sich in Paris, wo sie aus dem Koffer lebt, und sucht nach einer Unterkunft. Théo, 18, Konditorlehrling ohne festen Wohnsitz, hat Jahre im Heim hinter sich, Erinnerungen an eine desolate Kindheit im Gepäck und braucht ebenfalls dringend eine Bleibe.
Geplagt von Geldsorgen kommt Jeanne auf die Idee, einen Untermieter in ihre große Pariser Wohnung aufzunehmen. Aus einem werden zwei, und so findet sich eine auf den ersten Blick ungewöhnliche WG zusammen. Eine Schicksalsgemeinschaft, aus der bald so viel mehr wird: Ersatzfamilie und Freunde fürs Leben.
Eine Geschichte zwischen leichtfüßiger Unterhaltung und großen Emotionen – zum Mitfühlen und Wohlfühlen von der mit Abstand erfolgreichsten französischen Autorin.
"Eine wunderbare Lektion über das Leben." Le Parisien