Sommer auf Schottisch
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nur einen Neuanfang an einem ganz anderen Ort, um das Leben wieder in Schwung zu bringen – und genau das erlebt Ellie in „Sommer auf Schottisch“. Frisch getrennt, ohne Job und mit nichts als einem Zelt im Kofferraum, landet sie in den Highlands und schnuppert nicht nur die raue Luft, sondern auch neue Chancen. Ihr Plan, aus einem baufälligen Bootshaus ein eigenes Restaurant zu zaubern, klingt erst mal sehr charmant – und bringt natürlich jede Menge Chaos mit sich, vor allem wegen Kenneth, dem schwierigsten Schlossbesitzer, den man sich vorstellen kann.
Ellie ist eine herrlich impulsive Protagonistin, die einem sofort ans Herz wächst; man möchte sie am liebsten an die Hand nehmen und sagen: „Du schaffst das!“ Kenneth dagegen hat diese geheimnisvolle, leicht verschlossene Art, die man einfach durchschauen will. Ihre Katz-und-Maus-Spiele verleihen der Geschichte eine tolle Dynamik, ohne dass sie je ins Kitschige kippen. Besonders toll finde ich, wie Karin Lindberg den schottischen Flair mit seinen Highlands, dem irischen Wolfshund und dem alten Schloss eingefangen hat – da fühlt man sich fast selbst in die Geschichte hineinversetzt.
Der Schreibstil ist locker, frisch und mit einer Prise Humor gewürzt, was das Lesen zum Vergnügen macht. Man merkt, dass hier jemand mit Leidenschaft schreibt, der auch Humor und Drama gut ausbalanciert. Ein kleiner Kritikpunkt: Einige Szenen ziehen sich ein bisschen – da hätte man hier und da etwas mehr Tempo vertragen können. Trotzdem macht das der Charme der Figuren und des Settings problemlos wieder wett.
Kurz gesagt: „Sommer auf Schottisch“ ist genau das Richtige, wenn ihr Lust auf eine Mischung aus Herzenswärme, leichtem Zoff und einer Portion schottischer Magie habt. Perfekt für entspannte Lesestunden mit einem guten Tee (oder Whisky). Klare 4,5 von 5 Sternen – und ja, ich hätte gern schon eine Reservierung im Ellie’s Restaurant!