Ein unglücklicher Tod
Key Facts
Kritik
Manchmal fehlt einem einfach dieser eine besondere Krimi, der nicht nur spannend ist, sondern auch richtig gut unter die Haut geht. „Ein unglücklicher Tod“ trifft genau diesen Nerv – eine Geschichte, die ganz ohne großes Tamtam aufrüttelt und nachdenklich macht.
Im Mittelpunkt steht DC Smith, ein Polizist, der mit seiner eigenen Starrköpfigkeit fast mehr Ärger macht als der Fall, den er bearbeiten soll. Ein scheinbar simpler Unfalltod eines Jugendlichen wird für ihn zum Knoten, der sich immer mehr verheddert. Dabei geht es nicht nur um Paragraphen, sondern um die Frage, wie Gerechtigkeit wirklich aussehen kann. Smith ist kein typischer Held – alt, eigensinnig, ein bisschen kauzig, aber gerade deshalb unglaublich authentisch und nahbar. Man merkt sofort, dass die Autor:innen Peter Grainger und Eva Regul ihm viel Leben eingehaucht haben.
Der Schreibstil ist angenehm direkt, nicht zu schwerfällig, aber auch nicht einfach dahingeschrubbt. Es macht Spaß, Smiths Gedanken zu folgen, mit ihm zu rätseln und manchmal auch innerlich mit den Augen zu rollen – besonders, wenn er sich halsstarrig gegen den Dienstweg stellt. Das Tempo ist eher gemächlich, was dem Buch eine ruhige, fast schon nachdenkliche Atmosphäre verleiht. Wer auf actiongeladenen Krimi steht, könnte hier etwas weniger abgeholt werden, aber genau das hat mir gut gefallen: Es ist kein Wettlauf, sondern ein tiefgründiger Blick in die kleinen Unwuchten des Lebens.
Kritisch betrachtet könnte man sagen, dass manche Nebenfiguren etwas blass bleiben und manche Kapitel stellenweise ein bisschen zu detailliert wirken. Da hätte eine knackigere Straffung dem Ganzen noch etwas mehr Drive gegeben. Aber das sind Nuancen, die das Gesamtbild nicht trüben.
Falls ihr Lust auf einen Krimi habt, der weniger mit Schießereien, sondern mehr mit moralischen Fragen und einem echten Charakter punktet, dann ist „Ein unglücklicher Tod“ genau euer Ding. Eine Geschichte, die einen auch nach dem letzten Satz noch beschäftigt.
Vier Sterne für einen unaufgeregten, aber tiefgründigen Krimi, der keine großen Effekte braucht, um zu überzeugen.