Wenn dir das hier gefiel …
Wie das Schweigen vor der Flut
Key Facts
Kritik
Manchmal gibt es Bücher, die einen einfach mitten ins Herz treffen – „Wie das Schweigen vor der Flut“ gehört definitiv dazu. Die Geschichte von Karla, die nach dem Verlust ihrer Mutter durch eine zutiefst tiefe Traurigkeit schwimmt, hat mich sofort gepackt. Es ist keine leichte Lektüre, aber eine, die so echt und verletzlich erzählt wird, dass man Karla und den geheimnisvollen Jungen mit den traurigen Augen gar nicht mehr loslassen will.
Im Kern dreht sich alles um Verlust, Schweigen und die fragile Hoffnung, die zwischen zwei gebrochenen Seelen entstehen kann. Brittainy Cherry und Katia Liebig schaffen dabei beeindruckende Charaktere: Karla ist absolut authentisch, mit all ihren Zweifeln und Verletzungen, und ihr Gegenüber wirkt ebenso zart wie schwer zu durchdringen. Die Chemie zwischen ihnen ist spürbar, ohne dass es je zu kitschig wird – ganz großes Kino für alle, die Emotionen auf Papier lieben.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig, mal sanft und behutsam, mal emotional kraftvoll. Die Autoren sparen nicht mit Bildern, die langsam das Schweigen zwischen den Figuren füllen. Dennoch wirkt nichts überladen oder künstlich – vielmehr fühlt man sich eingeladen, die Ruhe und die kleinen Lichtblicke neben all dem Schmerz mitzuerleben.
Kritisch anzumerken ist vielleicht, dass das Buch manchmal etwas vorhersehbar wirkt, gerade für Leser, die viel im New Adult unterwegs sind. Ein paar Szenen hätten gern noch etwas tiefer gehen können, um die emotionale Wirkung noch stärker zu machen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, weil gerade die Atmosphäre und die Charakterentwicklung so gut gelungen sind.
Wer also Lust auf ein intensiv gefühlvolles Buch hat, das Trauer und Hoffnung wunderbar nebeneinanderstehen lässt, sollte hier unbedingt reinschnuppern. Es ist kein Spaßbuch, aber eines, das in Erinnerung bleibt und vielleicht ein kleines Stück Heilung schenkt.
4 von 5 Sternen – für starke Gefühle, authentische Figuren und eine Geschichte, die länger nachhallt, als man anfangs denkt.
Klappentext
Seit dem Tod ihrer Mutter vor einem Jahr fühlt sich Karla East, als hätte das Leben sie vergessen. Jeder Tag zieht leer an ihr vorbei — bis ein stiller Morgen auf dem Friedhof alles verändert. Dort begegnet sie ihm: Dem Jungen mit den traurigsten Augen, die sie je gesehen hat. Dem Jungen, dessen Schweigen lauter klingt als jedes Wort. Karlas Herz erkennt in seiner Seele einen Schmerz, der dem ihren so ähnlich ist, dass er Hoffnung macht. Und zum ersten Mal seit Langem fragt sie sich: Kann aus zwei gebrochenen Herzen ein neuer Anfang wachsen? Und darf man wirklich wieder leben lernen - wenn man glaubt, alles verloren zu haben?
Fortsetzung von WIE DIE RUHE VOR DEM STURM von SPIEGEL-Bestseller-Autorin Brittainy Cherry