Wenn dir das hier gefiel …
Eisfeld - Fleisch und Blut
Key Facts
Kritik
Schon die erste Begegnung mit Mara Eisfeld sorgt dafür, dass man am liebsten sofort selbst zum Kommissar-Notizblock greifen möchte. In „Eisfeld – Fleisch und Blut“ zieht Steffen Weinert die Leserschaft mitten hinein in ein mörderisches Familiendrama im Schatten der Berliner Fleischerei-Industrie. Weihnachten lockt mit Kerzenschein und Plätzchenduft – bis der grausame Fund an Magnus Haub die besinnliche Stimmung abrupt zerstört.
Die Story entfaltet sich mit einer Intensität, die sowohl Fans klassischer Krimis als auch Freunde vielschichtiger Familienskandale anspricht. Weinert versteht es, mit einem geschickten Mix aus düsteren Geheimnissen, innerfamiliären Intrigen und fesselnder Action eine Spannung aufzubauen, die fast schon filmreif wirkt. Mara, die toughe Hauptkommissarin, punktet mit einer klaren Linie und authentischer Härte, ohne dabei an menschlicher Tiefe zu verlieren – ein Charakter, in den man sich schnell hineinversetzt fühlt. Die Nebenfiguren sind clever gezeichnet, wobei besonders Lena von Bülow als mysteriöse Gegenspielerin interessante Facetten ins Spiel bringt.
Weinerts Schreibstil ist angenehm flott und modern, der sich gut lesen lässt, ohne dass man das Gefühl bekommt, an der Oberfläche zu bleiben. Man spürt die Erfahrung des Autors als Drehbuchautor, der Dialoge und Handlungsstränge so verdichtet, dass kein Moment lang Langeweile aufkommt. Einzig die eine oder andere Wendung empfand ich als etwas vorhersehbar, und in manchen Szenen hätte ich mir eine Prise mehr Tiefgang gewünscht, um die Atmosphäre noch dichter zu machen. Doch das schmälert den Gesamteindruck kaum, denn die Spannung trägt das Buch mühelos durch.
Wer gern Krimis liest, die mehr als nur einen Mordfall lösen, die sich Familiengeflechte anlachen und dabei nicht immer eindeutig schwarz-weiß malen, der ist hier bestens aufgehoben. „Eisfeld – Fleisch und Blut“ ist ein temporeicher Thriller, der sowohl mit kühler Detektivarbeit als auch mit emotionaler Schlagkraft punktet und dabei so spannend bleibt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Fazit: Ein Hochgenuss für alle, die Berliner Krimis mit Familiendrama und einem Schuss Thriller mögen. Klare Empfehlung, insbesondere wenn man schon die ersten Bände der Eisfeld-Reihe kennt oder mit festen Figuren seine Zeit verbringen möchte.
4 von 5 Sternen – spannend, atmosphärisch und mit ein bisschen Raum für mehr Tiefgang.
Klappentext
Im dritten Berlin-Krimi um Kriminalhauptkommissarin Mara Eisfeld ermittelt die 9. Mordkommission im Umfeld einer Fleischerei-Dynastie – filmreif, düster, mit starker Sogwirkung und reichlich Action!
In Berlin stimmt man sich auf Weihnachten ein, als Mara Eisfeld zum Schauplatz eines brutalen Mordes gerufen wird: Magnus Haub, Sohn der einflussreichen Fleischerei-Unternehmerin Heidemarie Haub, liegt tot in seinem luxuriösen Penthouse. Dem fortgeschrittenen Verwesungszustand nach zu urteilen, seit Tagen unentdeckt.
Erste Spuren führen zu der Tierschutz-Aktivistin Lena von Bülow, die mit spektakulären Aktionen gegen den Haub-Konzern Schlagzeilen machte. Doch auch innerhalb der Unternehmerfamilie brodelt es seit Langem. Geheimnisse, Intrigen und eine Mauer des Schweigens erschweren die Ermittlungen. Lena könnte Antworten liefern – doch sie ist spurlos verschwunden ...
Pageturner mit Thriller-Qualitäten – perfekt für die Fans von Tatort, Andreas Franz / Daniel Holbe oder Nele Neuhaus
Steffen Weinert, mehrfach ausgezeichneter Drehbuchautor und Regisseur, beweist sein Können in den temporeichen, clever konstruierten Krimis um die willensstarke Mara Eisfeld. Wer Familiendramen wie Succession liebt, kommt auch im dritten Band der Krimi-Reihe voll auf seine Kosten.
Die düsteren Krimis um die Berliner LKA-Ermittlerin Mara Eisfeld erscheinen in folgender Reihenfolge:
Eisfeld – Der Fall Katharina S.Eisfeld – Dunkle EnthüllungenEisfeld – Fleisch und Blut