Ein Herrenhaus zum Verlieben
Key Facts
Kritik
Schon beim Aufschlagen von „Ein Herrenhaus zum Verlieben“ merkt man, wie sehr Karin Lindberg es versteht, eine winterliche Stimmung mit einem Schuss Humor und Herz einzufangen. Die Geschichte um Tara O’Leary, die mit ihrer kleinen Eventagentur den letzten Hoffnungsfunken haben könnte, zieht einen direkt in den Bann – denn wer liebt nicht die Vorstellung, ausgerechnet in einem frostigen Cornwall auf einen echten Weihnachtsmuffel zu treffen?
Im Fokus stehen Tara, die mit viel Temperament und Pragmatismus an ihre Aufgabe herangeht, und Emery Swan, der als der typische Grinch im Herrenhaus das Fest der Liebe am liebsten ausfallen lassen würde. Die Prise Zank und Funkenflug zwischen den beiden bringt richtig Leben in die Seiten, auch wenn man hier und da das vertraute Muster der sich annähernden Gegensätze spürt. Der Schreibstil ist angenehm leicht und locker, perfekt für kuschelige Lesestunden mit einer Tasse Tee. Lindberg schafft es, mit sympathischen Figuren und charmanten Dialogen eine Atmosphäre zu kreieren, die trotz der klischeehaften Ansätze immer wieder kleine Überraschungen bereithält.
Ein kleines „Aber“ darf nicht fehlen: Die Handlung zieht sich an manchen Stellen doch ziemlich in die Länge, und wer auf der Suche nach einer wirklich unvorhersehbaren Story ist, wird hier vielleicht nicht voll auf seine Kosten kommen. Manche Kapitel fühlen sich eher wie eine knifflige Winterwanderung an – nett, aber eben auch ein bisschen langwierig. Auch die etwas überstrapazierte Weihnachtskulisse kann manchmal etwas zu süßlich wirken, ohne wirklich zu überraschen.
Insgesamt ist „Ein Herrenhaus zum Verlieben“ genau das Richtige für alle, die sich mit einer warmherzigen, wenn auch nicht revolutionären Geschichte auf die kalte Jahreszeit einstimmen wollen. Wer auf der Suche nach großer Romantik, aber einem vertrauten Wohlfühlplot ist, kann hier problemlos zugreifen – alle anderen sollten vorher überlegen, ob sie Lust auf einen klassischen Winterflirt mit ein paar Wiederholungen haben.
3 von 5 Sternen – charmant, leicht, aber eben auch ein bisschen vorhersehbar. Wer sich trotzdem darauf einlässt, bekommt eine nette Winterlektüre mit sympathischen Figuren, die das Herz etwas erwärmt.
Klappentext
Tara O’Learys kleine Eventagentur steht kurz vor dem Aus. Da flattert ein lukrativer Auftrag ins Haus: Sie soll das malerisch gelegene Herrenhaus der Familie Swan nicht nur weihnachtlich dekorieren, sondern obendrein das Weihnachtsmenü und die Geschenke organisieren. Eigentlich ein Traumjob, bloß entpuppt sich der Eigentümer des imposanten Anwesens so missmutig wie der Weihnachtsgrinch höchstpersönlich.
Emery Swan würde das Fest der Liebe in diesem Jahr am liebsten ausfallen lassen. Diese Irin ins Haus zu holen, ist wahrlich nicht seine Idee. Überdeutlich lässt er Tara spüren, was er von ihrer Anwesenheit und ihrem Organisationstalent hält. Wenn es nach ihm ginge, dürfte die temperamentvolle Irin samt Weihnachtsdeko so schnell wie möglich wieder verschwinden. Dumm nur, dass ein Schneesturm Taras Abreise verhindert …