Ava liebt noch
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nicht viel, um einen Roman zu lieben – einfach ein Gefühl, das so echt und ehrlich ist, dass man sich sofort darin verliert. „Ava liebt noch“ von Vera Zischke hat genau dieses Gefühl bei mir ausgelöst. Ava ist 43, Mutter, Ehefrau und irgendwie auch Gefangene ihres eigenen Alltags. Ihr Leben läuft seit Jahren auf Autopilot, bis sie Kieran trifft, einen deutlich jüngeren Mann, der ihr zeigt, wie sich Freiheit und Leidenschaft anfühlen können. Und plötzlich steht alles auf dem Kopf: Familie, Gesellschaft, Vernunft – alles Dinge, die Ava in Frage stellt.
Die Geschichte fühlt sich an wie ein ehrliches Gespräch unter Freund:innen: nahbar, unverstellt und mit einer Prise Witz. Ava ist nicht die perfekte Heldin, sondern eine Frau, die mit Ecken und Kanten kämpft, liebt und zweifelt. Besonders stark ist Zischkes Schreibstil, der die Emotionen mühelos einfängt, ohne ins Dramatische abzurutschen. Man spürt die Hitze des Moments genauso wie die leisen Zweifel in Avas Kopf. Die Figuren wirken lebendig, vor allem Ava selbst – mit all ihren Konflikten und Sehnsüchten.
Ein kleiner Wermutstropfen: Die Handlung hätte an manchen Stellen ruhig noch etwas tiefgründiger ausfallen dürfen, das Tempo ist teilweise ein bisschen zu flott, sodass ich mir mehr Raum für Avas innere Entwicklung gewünscht hätte. Aber hey, das schmälert das Lesevergnügen kaum.
Wer Lust auf eine Geschichte hat, die zwischen Lebensalltag und Sehnsucht pendelt, in der sich jede:r irgendwo wiederfinden kann, sollte hier unbedingt reinschauen. Eine charmante, berührende Lektüre, die zeigt: Man ist nie zu alt, um neu anzufangen.
4,5 von 5 Sternen – absolute Leseempfehlung!
Klappentext
Mutter werden und Frau bleiben. Über den Spruch kann Ava nur lachen. Ihr Leben wird schon seit Jahren komplett von der Familie bestimmt. Jetzt ist sie dreiundvierzig, das erste ihrer drei Kinder kommt in die Pubertät und ihr Mann macht Karriere. Und Ava? Funktioniert wie auf Autopilot.
Als sie den neunzehn Jahre jüngeren Kieran kennenlernt, stürzt sie sich gegen alle Vernunft in eine Affäre. Zum ersten Mal seit langer Zeit erkennt sie die Frau wieder, die sie einmal war.
Aber die heile Familie für ihr eigenes Glück opfern? Die Kinder dem Tratsch in der Kleinstadt aussetzen? Das kann Ava nicht. Und doch, die Liebe zu Kieran ist echt und die Sehnsucht nach Freiheit immer noch da.