Show 'em How
Key Facts
Kritik
Manchmal stolpert man über eine Geschichte, die sich anfühlt wie der perfekte Mix aus Chaos, Herz und einem Schuss Sport-Drama – genau so ist „Show ’em How“ von Jami Davenport. Wer auf brodelnde Emotionen trifft, die vor allem mit viel Humor und Authentizität gewürzt sind, wird hier sofort reingezogen. Die Bang-Brüder sind nämlich echte Typen: fünf Hockey spielende Kerle, bei denen Bindungsangst an der Tagesordnung steht. Und dann kommt ihre resolute Mutter, die plötzlich Zeit hat – und beschlossen hat, das Liebesleben ihrer Jungs gehörig aufzumischen.
Im Zentrum steht Jakob, der nicht nur Profi-Eishockeyspieler, sondern auch alleinerziehender Vater von zwei wilden Fünfjährigen ist. Mit Gardenia, der tattoowierten und energischen Nanny, gerät sein geordnetes Leben völlig aus den Fugen. Die beiden sind so gegensätzlich, dass es fast schmerzt – und gleichzeitig knistert es gewaltig. Dass aus anfänglicher Abneigung mehr wird, aber nicht ohne Widerstand, das hat Davenport so charmant und echt geschrieben, dass man mitfiebert und immer wieder schmunzelt, wenn Jakob sich selbst im Weg steht. Besonders gelungen finde ich die Balance aus glaubwürdig-chaotischem Familienalltag und den brennenden Gefühlen, die unter der Oberfläche brodeln.
Der Schreibstil ist locker, flüssig und sprüht vor Energie – genau der richtige Ton für eine Geschichte, die niemals langweilig wird. Es fühlt sich an, als würde man mitten in die verrückte Familie reinplatzen und hautnah miterleben, wie die Figuren sich entwickeln und Stück für Stück näherkommen. Gardenia als Charakter bringt mit ihrem Mix aus Freigeist und klaren Ansagen ordentlich Frische rein, und Jakob ist herrlich widersprüchlich – so ein Kerl, bei dem man sich fragt, wie er das alles schaffen soll.
Klar, etwas mehr Tiefgang bei manchen Nebenfiguren hätte dem Ganzen gutgetan, und man merkt manchmal, dass die Handlung ordentlich gegeneinander aufgerollt wird, um immer neue Konflikte zu schaffen. Aber wer auf unterhaltsame Rom-Coms mit Ecken und Kanten steht, nimmt das gerne in Kauf.
Wenn du Lust auf eine Geschichte hast, die nicht nur die Liebe feiert, sondern auch das Chaos einer großen Familie in den Mittelpunkt stellt – und dabei mit einer gehörigen Portion Humor glänzt, dann ist „Show ’em How“ genau dein Ding. Ein leichter Sommerroman, der mit viel Herz punktet.
4 von 5 Sternen.