Wenn dir das hier gefiel …
G. F. Unger Sonder-Edition 348
Key Facts
Kritik
Kaum hatte ich das erste Kapitel aufgeschlagen, zog mich die raue Wildwest-Atmosphäre von „G. F. Unger Sonder-Edition 348“ sofort in den Bann. Das Gefühl, mit zwei Goldgräbern durch reißende Flüsse zu jagen und gleichzeitig ständig auf der Hut vor skrupellosen Banditen zu sein, sorgte für ein packendes Abenteuer, das mich nicht mehr losließ. Mehr verrate ich nicht – außer, dass Spannung und eine Prise Romantik hier gekonnt Hand in Hand gehen.
Unser namenloser Held ist ein echter Draufgänger mit Herz, der nicht nur durch seine Cleverness, sondern auch durch seine Geduld beeindruckt, wenn er den tückischen Pfaden des Wilden Westens entkommt. Die Begegnung mit Laura O’Nelly bringt zudem eine überraschend emotionale Note ins Spiel – kein kitschiges Getue, sondern eine starke, glaubwürdige Figur, die dem eher typischen Cowboy-Held eine interessante Gegenspielerin zur Seite stellt. Ungers Schreibstil liest sich angenehm flüssig und geradezu filmisch, ohne dabei in Klischees zu versinken. Die knackigen Beschreibungen und der temporeiche Erzählfluss sorgen dafür, dass man die Seiten fast von selbst umblättert.
Wenn ich ehrlich bin, hat die eine oder andere Wendung dann doch ein bisschen vorhersehbar gewirkt – aber gerade das gehört in diesem Genre fast schon zum guten Ton und stört den Lesespaß kaum. Auch hätte ich mir an wenigen Stellen ein bisschen mehr Tiefgang bei den Nebenfiguren gewünscht, die teilweise recht blass blieben. Nichtsdestotrotz – wer Lust auf einen spannenden Western mit sympathischem Helden, hitzigen Gefechten und einem Hauch Romantik hat, wird hier bestens bedient.
Kurz gesagt: „G. F. Unger Sonder-Edition 348“ ist ein unterhaltsamer, unkomplizierter Ritt durch den Wilden Westen, der Western-Fans und Leser:innen, die gerne mal abtauchen wollen, voll auf ihre Kosten kommen lässt. Vier von fünf Sternen – ein Vergnügen, das ich gern weiterempfehle.