Winter auf Schottisch
Key Facts
Kritik
Es gibt Bücher, bei denen man sofort spürt: Hier wird es knackig, charmant und ein bisschen turbulent – „Winter auf Schottisch“ ist genau so eines. Karin Lindberg serviert uns eine Mischung aus urigem Highland-Flair, bissigen Wortgefechten und der nicht ganz einfachen Suche nach Wärme, wenn es im Leben gerade eher frostig zugeht.
Im Mittelpunkt steht Ava, deren Leben auf den ersten Blick wie aus einem Design-Magazin entsprungen scheint: ein schickes Büro, ein spektakuläres Leben, eine stylische Garderobe, die eigentlich für ganz andere Locations gemacht ist. Doch hinter der Fassade knirscht es gewaltig – die Agentur steht auf der Kippe, ihr Freund entpuppt sich als echter Miesepeter und dann auch noch Colin, der harte Highlander und Anti-Mode-Fan, der ihr nicht gerade den roten Teppich ausrollt. Was anfangs wie ein klassisches "Missverstehen-sich-und-finden-sich-doch"-Szenario klingt, bekommt durch Lindbergs geschliffene Dialoge und witzige Momente ordentlich Würze. Colin ist keine One-Dimensional-Männlichkeit, sondern ein Mann mit Ecken, Kanten – und einer fiesen Anziehungskraft, die Ava besser nicht unterschätzen sollte.
Was mir besonders gut gefallen hat: Lindberg trifft mit ihrem frischen, zugleich entspannten Schreibstil genau den Nerv für eine locker-unterhaltsame Lektüre, die sich so schön wegliest wie ein warmer Whisky an einem kalten Winterabend. Die Figuren sind so lebendig, dass man sie fast hören und riechen kann – die rauen Highlands, das alte Schloss, die kühle Luft und natürlich den sanften Kampf zwischen Kopf und Herz.
Klar, manchmal schleicht sich das eine oder andere Klischee ein – vor allem bei den romantischen Momenten –, aber hey, dafür bekommt man auch das vertraute Wohlfühlgefühl, das man von Liebesromanen erwartet. Ein bisschen mehr Tiefe bei der Nebenhandlung hätte ich stellenweise schön gefunden, aber das ist meckern auf hohem Niveau.
Wer Lust auf einen winterlich-warmen Liebesroman hat, der nicht nur „Kitsch“ sagt, sondern auch mal einen lockeren Spruch draufhat und mit sympathisch eigensinnigen Charakteren punktet, ist hier genau richtig. „Winter auf Schottisch“ ist definitiv eine herzerwärmende Leseempfehlung für die kühle Jahreszeit.
4,5 von 5 Sternen – stilvoll, spritzig und genau das richtige für alle, die Schottland lieben und ein bisschen Herzklopfen vertragen können.
Klappentext
Avas Leben scheint nach außen hin perfekt zu sein: steile Karriere, Teil eines Power Couples und ein schickes Outfit für jede Situation. In Wirklichkeit steht ihr Innenarchitekturbüro kurz vor dem Aus, ihr ach-so-toller Freund erweist sich als Schwein und ihre Designeroutfits sind absolut ungeeignet für den Auftrag, der ihre Agentur retten soll: Wind und Stürme in Schottland, um zur Weihnachtszeit ein altes Schloss umzugestalten? Nein danke! Zu allem Übel lässt sie der Highlander Colin, mit dem sie zusammenarbeiten soll, deutlich spüren, dass er weder von ihr noch von ihrem Modebewusstsein sonderlich beeindruckt ist. Leider ist er aber teuflisch attraktiv, und dass ihre Hormone unter dem Mistelzweig verrücktspielen, kann sie gar nicht gebrauchen!
Und doch scheint Colin für Ava das einzige Gegenmittel zu der Eiseskälte in den Highlands zu sein – und vielleicht sogar zu der in ihrem Herzen …
Der Roman ist in sich abgeschlossen.
Fans von "Sommer auf Schottisch" dürfen sich auf ein Wiedersehen mit Ellie und Kenneth freuen.