Wenn dir das hier gefiel …
Tankred: Weihrauch und Schwert
Key Facts
Kritik
Manchmal trifft ein Buch genau ins Herz, und bei „Tankred: Weihrauch und Schwert“ war das sofort spürbar. Gleich zu Beginn stößt man auf diese unwiderstehliche Mischung aus roher Wikinger-Action und der überraschend sensiblen Hauptfigur – Tankred, der Bibliothekar mit Schwert. Ein Typ, der Bücher liebt, aber trotzdem auch zuschlägt, wenn’s sein muss. Das ist mal was anderes!
Die Handlung katapultiert uns ins Jahr 882, mitten in die brutalen Überfälle der Normannen an Rhein und Maas. Tankred, der seinen geliebten Bücherschatz aus einem brennenden Kloster rettet, findet sich in einem gefährlichen Katz-und-Maus-Spiel wieder: Seine Schwester Judith wurde entführt, und plötzlich muss er nicht nur mit Verstand, sondern mit blanker Klinge kämpfen. Spannend, schnell, und trotz aller Härte nie völlig schwarz-weiß – hier wird auch mit den eigenen Dämonen gerungen.
Michael Römlings Schreibstil ist angenehm flüssig und macht das Lesen zum Vergnügen, ohne die düstere Stimmung des Mittelalters zu vernuscheln. Seine Figuren sind vielschichtig und glaubwürdig, besonders Tankred, der sich nicht nur als Kämpfer, sondern auch als denkender Mensch zeigt. Da fühlt man sich direkt mitgerissen und wünscht sich manchmal, selbst an seiner Seite zu stehen. Ein wenig mehr Tiefe bei den Nebenfiguren hätte ich mir jedoch gewünscht – manche Charaktere bleiben zu blass und dienen fast nur als Vehikel für die Handlung.
Kleiner Wermutstropfen: Zwischendurch sind einige Szenen doch recht vorhersehbar, was den Spannungsbogen ein bisschen schlackern lässt. Außerdem hätte der historische Kontext ruhig manchmal noch etwas mehr glänzen dürfen, gerade für Leser:innen, die ein Faible für Geschichte haben. Aber hey, das sind eher kleine Schönheitsfehler in einem sonst sehr unterhaltsamen Abenteuer.
Wer Lust auf einen ungewöhnlichen Helden, gewagte Kämpfe und eine Portion Herzblut für Bücher hat, ist bei „Tankred: Weihrauch und Schwert“ genau richtig. Es ist kein episches Historien-Epos, aber ein flott erzählter Roman mit ordentlich Drive und einer Prise Gefühl.
4 von 5 Sternen – ein klarer Tipp für alle, die Mittelalter-Action mit Tiefgang und einem ganz eigenen Charme mögen.
Klappentext
Januar 882: Die Normannen nähern sich brandschatzend dem Kloster Prüm in der Eifel. Die Mönche fliehen, doch einer bleibt: Tankred, der Bibliothekar. Während die Plünderer die Kirche stürmen, rettet er den berühmten Bücherschatz, bevor er aus dem brennenden Gemäuer entkommt. Der im Kampf ausgebildete Adelssohn schlägt sich nach Aachen durch, wo seine Schwester Judith lebt, doch er kommt zu spät: Das Mädchen wurde von den Normannen verschleppt. Es beginnt eine atemlose Jagd voller Gefahren, bei der ihn seine eigene Vergangenheit einholt: In einem unbeherrschten Moment hatte er vor Jahren seine Waffe gezogen – mit fatalen Folgen. Um Judith zu retten, muss er nun erneut zum Schwert greifen.
Der kämpfende Bibliothekar ist ein Held, wie man ihn noch nie erlebt hat: ein verwegener Kämpfer, der Literatur und Wissenschaft genauso liebt wie sein Schwert.