Wenn dir das hier gefiel …
Flavia de Luce - Das Geheimnis des kupferroten Toten
Key Facts
Kritik
# Flavia de Luce – Das Geheimnis des kupferroten Toten: Ein literarisches Rendezvous mit einem ungewöhnlichen Mädchen
Schon bei den ersten Seiten schleicht sich ein feines Kribbeln ein – irgendwie neugierig, ein bisschen schrullig und durchaus spannend. Flavia de Luce, elf Jahre alt und Chemikerin in spe, öffnet die Tür zu einer Welt, die zwischen altem englischen Internat und düsteren Geheimnissen schwebt. Ein nackter, kupferüberzogener Toter in der Wanne? Klar, dass das für Flavia kein gewöhnlicher Sonntag wird.
Die Handlung bringt uns zum Internat Greyminster, das nicht nur durch seine Jahrhunderte an Geschichte fasziniert, sondern vor allem durch die junge Ermittlerin, die gleichermaßen mit List und Charme punktet. Flavia selbst ist faszinierend: ein Mädchen mit einem scharfen Verstand, tief verwurzelt in ihrem skurrilen Familiendomizil Buckshaw, und einer Leidenschaft für Chemie, die manchmal fast übernatürlich wirkt. Wenn man Wednesday Addams mag, fühlt man sich hier definitiv heimisch – denn Flavia bringt eine Portion trockenen Humor und einen starken Willen mit, der jeden Krimifan begeistert.
Was Alan Bradley da liefert, ist kein gewöhnlicher Krimi, sondern ein vielschichtiges Leseerlebnis mit einem eigenwilligen Kinderprotagonisten, der selbst erfahrene Leserinnen und Leser grinsen lässt. Der Sprachstil ist erfrischend und leicht, ohne banal zu wirken, und schafft es, die Szene und Stimmung mit einer guten Portion britischem Flair lebendig werden zu lassen. Da fliegen nicht nur Reagenzglaschemie und deduktive Fähigkeiten im Kopf herum, sondern auch kleine Reflexionen, die den Charakter weiter formen und das Geschehen würzen.
Natürlich gibt es auch Punkte, die man kritisch sehen kann: Der Umstand, dass Flavia schon mit elf Jahren wie eine Detektivin mit jahrzehntelanger Erfahrung auftritt, fühlt sich für manche etwas unrealistisch an – das ist definitiv Geschmackssache. Auch der Tonfall ist nicht immer für kleine Kinder gemacht, gleichzeitig aber manchmal etwas kindlich für erwachsene Leser. Wer hier eine klare Zielgruppe sucht, könnte sich kurz orientierungslos fühlen.
Fazit: „Das Geheimnis des kupferroten Toten“ ist ein charmanter, origineller Krimi mit einem ungewöhnlichen Helden, der sowohl junge als auch junggebliebene Leser fesseln kann. Perfekt für alle, die eine Mischung aus Humor, Mischung aus Cleverness und einem Hauch Skurrilität mögen, ohne in Klischees stecken zu bleiben. Ein Buch, das Lust auf mehr macht – aber bitte keine tiefgründige Altersdebatte mitbringen.
Bewertung: 4 von 5 Sternen – spannend, charmant, ein bisschen eigenwillig. Definitiv eine Empfehlung für alle, die ungewöhnliche Ermittler mögen und ein bisschen Detektivarbeit mit britischem Charme schätzen.
Klappentext
"Mord! Komm sofort her", steht in dem Brief, der Flavia an einem Sonntagmorgen in ihrem Zuhause Buckshaw zugestellt wird. Wie könnte die elfjährige Hobbydetektivin einer derart dringlichen Bitte widerstehen? Mit ihrem treuen Fahrrad Gladys macht sie sich auf zum Internat Greyminster, das schon ihr Vater besuchte. Nebelumwabert ragt das altehrwürdige Gemäuer vor ihr auf, doch der Fund, der sie in einem der Badezimmer erwartet, ist noch unheimlicher: In der Wanne liegt ein nackter toter Mann, der Körper überzogen mit einer Kupferschicht ... Chemikerin Flavia ist in ihrem Element!
Diese außergewöhnliche All-Age-Krimireihe hat die Herzen von Lesern, Buchhändlern und Kritikern aus aller Welt im Sturm erobert!