Wenn dir das hier gefiel …
G. F. Unger 2377
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es einfach einen knackigen Western, der dich direkt ins Sattel wirft – und genau das gelingt G. F. Unger mit „G. F. Unger 2377“ ohne Umwege. Die Geschichte um Rick Bannerman, der in einer Zeit des Umbruchs sein letztes großes Risiko eingeht, fühlt sich an wie ein staubiger, aufregender Ritt durch das versprengte Herz Amerikas. Prairie City, eine winzige Stadt in weiter Flur, wird dabei zur Bühne für Hoffnung, Mut und den alten amerikanischen Traum.
Die Figuren stechen dabei angenehm aus dem üblichen Western-Einerlei heraus. Rick, ein Cowboy mit Herz und Verstand, bekommt mit Buck Webb einen ehrlichen Partner an seine Seite, der nicht nur durch sein Falkengesicht, sondern auch durch seinen trockenen Humor besticht. Es macht einfach Spaß, diesen beiden beim Navigieren durch rauhe Zeiten zuzusehen. Ungers Sprache ist klar und schnörkellos, die Beschreibungen so lebendig, dass man fast den Geruch von Leder und Staub riecht. Das Buch liest sich flott – ideal für alle, die zwischendurch mal Lust auf einen authentischen Western haben, der nicht zu kompliziert daherkommt, sondern direkt auf den Punkt.
Klar, ein bisschen mehr Tiefe in der Handlung hätte das Ganze weiter aufgewertet, und teilweise hätte ich mir noch etwas mehr Spannung oder Überraschungen gewünscht. Aber vielleicht will das Buch auch einfach genau das: Ein solider Western, der ohne großen Schnickschnack funktioniert und nostalgische Western-Liebhaber glücklich macht.
Unterm Strich ist „G. F. Unger 2377“ genau das, was es sein will – ein guter, klassischer Western-Roman, der Spaß macht und ideal für Fans des Genres, aber auch Neugierige, die einfach mal in ehrliche Cowboys und staubige Prärie eintauchen wollen. Wer auf modernen Schnickschnack verzichten kann und Stimmung sucht, ist hier richtig.
4 von 5 Sternen – ein Western, der beim Blättern den Geist der alten Prärie einfängt.