Wenn dir das hier gefiel …
G. F. Unger Sonder-Edition 346
Key Facts
Kritik
Manchmal genügt schon der erste Satz, um einen direkt mitten in eine staubige Westernlandschaft zu katapultieren – und genau so trifft einen „G. F. Unger Sonder-Edition 346“ von der ersten Seite an. Man spürt förmlich die Hitze und das Brennen der heimatlichen Ranches in Nordtexas, das Chaos der Überfälle und den eisigen Durst nach Gerechtigkeit, der Jim Starretter antreibt. Klingt nach klassischem Westernstoff? Klar! Aber hier steckt ein bisschen mehr drin als nur Staub und Colts.
Im Mittelpunkt steht Jim Starretter, ein Mann, dessen Schwerpunkt nicht auf heldenhafter Großspurigkeit, sondern auf zäher Entschlossenheit liegt. Er ist kein unbesiegbarer Cowboy, sondern jemand mit Narben – körperlich und seelisch – der sich durch eine Welt kämpft, in der die Grenzen zwischen Gut und Böse manchmal verschwimmen. Das macht ihn nahbar und glaubwürdig, man fiebert sofort mit. Die Handlung nimmt das Durcheinander der Banden geschickt auf und verwebt ihn mit einer spürbaren Spannung, die sich erst nach und nach auflöst – ohne dabei zu verschachtelt oder langatmig zu werden.
Der Schreibstil ist unkompliziert, schnörkellos und trifft genau den richtigen Ton für Western-Fans, die kein literarisches Kopfkino erwarten, sondern pure Abenteuerlust mit gelegentlichen kleinen Tiefen. Unger schafft es, die Atmosphäre von Gefahr, Verrat und Hoffnung so zu zeichnen, dass man als LeserIn leicht in die Geschichte eintauchen kann, ohne überfordert zu sein. Klar, manchmal könnte der Plot ein wenig mehr Überraschungen vertragen, und hin und wieder wirken Dialoge etwas konventionell. Aber das schmälert den Lesespaß kaum – eher sorgt es für die gemütliche Western-Stimmung, die man erwartet.
Kurzum: Wer Lust auf einen gut erzählten, actionreichen Western mit einer Portion menschlicher Wärme hat, ist hier richtig aufgehoben. Kein literarisches Meisterwerk, aber ein solides Abenteuer, das in einem Rutsch wegzulesen ist und genau das liefert, was es verspricht: Spaß, Spannung und einen Hauch von rauer Wildwest-Romantik. Für alle, die Cowboys, staubige Prärien und den Kampf um Gerechtigkeit mögen, ein klares Ja.
Sterne: 4 von 5