Wenn dir das hier gefiel …
Die Honigfrauen - Ein Sturm zieht auf
Key Facts
Kritik
Man taucht richtig ein ins Bergische Land von 1910 – und sofort zieht einen die Atmosphäre dieser Zeit in den Bann. In „Die Honigfrauen - Ein Sturm zieht auf“ begegnen wir drei starken Frauen, deren Leben plötzlich völlig durcheinandergewirbelt wird, als der geliebte Großvater Ludwig stirbt und ein dunkles Familiengeheimnis ans Licht kommt. Die einstige Idylle zerbricht, als sich Uneheliches und finanzielle Schieflagen offenbaren. Gleichzeitig müssen Irma, ihre schräge Großmutter Auguste und Harriet, die überraschend auftauchende uneheliche Tochter, erst einmal lernen, miteinander klarzukommen und sich durchzubeißen.
Irma ist hier wirklich eine Figur, mit der man mitfühlt – verliebt, verletzlich und doch kämpferisch. Auguste bringt mit ihrer strengen Art ordentlich Würze rein, und Harriet sorgt für eine spannende Dynamik, die die Handlung lebendig hält. Mirjam Münteferings Schreibstil ist flüssig, schnörkellos und dabei wunderbar bildhaft, sodass die raue, aber liebenswerte Welt rund um die Honigfrauen vor den Augen entsteht. Man spürt die Herausforderungen dieser Epoche und fühlt sich mit jeder Seite tiefer verwoben in das Schicksal der Protagonistinnen.
Was mich besonders begeistert hat, ist die Balance zwischen emotionaler Tiefe und spannender Familiengeschichte – niemals wird es zu kitschig, sondern immer authentisch und nahbar. Manchmal hätte ich mir allerdings gewünscht, dass das Tempo an manchen Stellen etwas anzieht, denn ein paar Passagen ziehen sich ein wenig in die Länge. Auch die eine oder andere Figur könnte noch mehr Ecken und Kanten vertragen, das hätte der Story noch mehr Biss gegeben.
Unterm Strich lohnt sich diese Reise in das Bergische Land definitiv, vor allem für alle, die gerne historische Familiengeschichten mit starken Frauenfiguren lesen und sich vom Flair der Jahrhundertwende verzaubern lassen wollen. Ein Buch, das man eher genießt als verschlingt, das aber lange im Kopf bleibt.
4 von 5 Sternen – eine herzerwärmende, gut erzählte Geschichte mit Potenzial fürs Herz, das beim Lesen ruhig etwas schneller hätte klopfen dürfen.
Klappentext
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Bergisches Land, 1910. Irma, Enkelin des bekannten Konditormeisters Ludwig Honig, ist glücklich als der attraktive Arno ihr den Hof macht. Doch der unerwartete Tod ihres geliebten Großpapas ändert alles! Neben ihrem guten Freund Eugen bleibt Irma nur die kühle Großmutter Auguste. Die macht eine schockierende Entdeckung: ihr verstorbener Gatte hat nicht nur eine Liebschaft finanziert, sondern die Familie durch den Kauf eines heruntergekommenen Landgasthofs ruiniert. Als Ludwigs uneheliche Tochter und begabte Feinbäckerin Harriet auftaucht, um ihr Erbe einzufordern, müssen die Honigfrauen zusammenhalten …